Lieblingsfoto der Woche 05/26 – Námaskarð: Dampf und Erde in Nordisland
Das Hochthermalgebiet Námaskarð in Nordisland ist kein Ort der lauten Farben, sondern einer der feinen Übergänge. Aus dem Boden steigt Dampf auf, die Erde wirkt aufgeweicht, mineralisch, fast lebendig. Zwischen grauen, blauen und ockerfarbenen Flächen entsteht eine Landschaft, die weniger an eine klassische Island-Postkarte erinnert als an einen Blick in das Innere der Erde.
Gerade diese Zurückhaltung macht das Bild so spannend. Es zeigt keine spektakuläre Fontäne und keinen dramatischen Sonnenuntergang, sondern die stille Kraft eines Ortes, an dem Hitze, Schwefel, Dampf und Gestein permanent miteinander arbeiten. Die weiche Unschärfe des Dampfes legt sich über die Szene und macht sichtbar, dass diese Landschaft nie wirklich stillsteht.
Fotografisch lebt die Aufnahme von Textur und Atmosphäre. Die rissige Erde im Vordergrund, die verstreuten Steine und der aufsteigende Dampf geben dem Bild Tiefe, ohne es zu überladen. So entsteht eine ruhige, fast abstrakte Komposition über die vulkanische Seite Islands.
Aufgenommen wurde das Lieblingsfoto von Kerstin Wanstrath im Hochthermalgebiet Námaskarð in Nordisland. Es zeigt sehr schön, dass Island nicht nur aus Wasserfällen, Gletschern und Küstenlandschaften besteht, sondern auch aus Orten, an denen man die geologische Energie der Insel unmittelbar spürt.
Foto: Kerstin Wanstrath
Aufnahmeort: Hochthermalgebiet Námaskarð, Nordisland
Kamera: Canon EOS R6 Mark II
Objektiv: Canon EF24-105mm f/4 L IS USM
Einstellungen: ISO 1000, 105 mm, f/4, 1/5000 Sek.