Island Westfjorde: Papageitaucher, Dynjandi, Salz und wilde Fotomotive.

Text & Fotos: Radmila Dier

Manchmal reicht in den Westfjorden Islands eine einzige Straßenkurve, und die Landschaft verändert sich vollkommen. Vor uns öffnet sich ein weiter Fjord, irgendwo stürzt ein Wasserfall über dunkle Basaltstufen, am Straßenrand steht eine kleine Kirche – und dahinter verliert sich der Horizont im Nordatlantik.

Diese Mischung macht die Westfjorde zu einer der spannendsten Regionen Islands.

Hier geht es weniger darum, möglichst viele Sehenswürdigkeiten abzuhaken. Entscheidend sind Zeit, Licht und die Freiheit, spontan zu reagieren. Kleine Straßen führen durch abgelegene Täler, hinter jeder Kurve kann ein neues Motiv warten, und manche Fotostopps dauern deutlich länger als ursprünglich geplant.

Im zweiten Teil meines Reiseberichts über unsere Fotoreise durch die Westfjorde geht es zu einer ungewöhnlichen Salzmanufaktur, zum mächtigen Wasserfall Dynjandi und zu den Vogelklippen von Látrabjarg. Wir entdecken verlassene Höfe und Schiffswracks, baden in einer heißen Quelle und begegnen einigen der fotogensten Bewohner Islands: den Papageitauchern.

Zum Abschluss wartet noch eine vollkommen andere Landschaft auf uns: die jungen Lavafelder des Vulkanausbruchs von 2021.

Herbststimmung in den Westfjorden, Fotoreise Island

Die wilden Westfjorde – Island abseits der klassischen Route

Wer Island zum ersten Mal besucht, fährt häufig den Golden Circle und die Südküste. Die Westfjorde wirken dagegen wie eine eigene Welt.

Straßen folgen kilometerlang den Fjorden. Berge fallen steil ins Meer ab. Kleine Siedlungen liegen weit auseinander. Dazwischen herrscht viel Raum – und erstaunlich oft absolute Ruhe.

Für eine Fotoreise durch Island sind das ideale Voraussetzungen. Wenn das Licht stimmt, bleiben wir. Zeigt sich eine Spiegelung im Fjord, halten wir an. Sitzt plötzlich ein Vogel direkt neben der Straße, wird aus einem kurzen Fotostopp schnell eine halbe Stunde.

Eine kleine Reisegruppe bietet dafür die nötige Flexibilität. Der Tagesablauf muss sich nicht ausschließlich nach einer festen Liste von Sehenswürdigkeiten richten, sondern kann auch auf Wetter, Licht und unerwartete Motive reagieren.

Salz aus den Westfjorden: Wenn Erdwärme auf Meerwasser trifft.

Salzproduktion verbindet man zunächst eher mit Sonne, Hitze und großen Verdunstungsbecken. Die Westfjorde Islands wirken dafür nicht gerade wie der naheliegendste Ort. Umso interessanter ist ein Besuch bei Saltverk in Reykjanes am Ísafjarðardjúp. Hier wird Meersalz mithilfe von geothermischer Energie hergestellt. Eine traditionelle Form der Salzgewinnung trifft auf eine Energiequelle, die Island reichlich besitzt: Erdwärme.

Bei unserem Besuch sehen wir, wie aus Meerwasser handgeerntete Salzflocken entstehen. Fotografisch ist eine Salzmanufaktur überraschend vielseitig. Statt weiter Landschaften rücken plötzlich Details in den Mittelpunkt: Kristalle, Dampf, Werkzeuge, Strukturen und Hände bei der Arbeit.

Am Morgen fotografieren wir vielleicht noch einen kilometerweiten Fjord. Wenige Stunden später konzentriert sich alles auf ein Salzkristall von wenigen Millimetern Größe.

Solche Kontraste machen eine Fotoreise abwechslungsreich.

Salz aus Island – kurz erklärt

Meerwasser aus den Westfjorden wird mithilfe geothermischer Wärme erhitzt und konzentriert, bis sich Salzflocken bilden. Die Produktion knüpft an eine historische Tradition der Region an und kommt ohne die intensive Nutzung fossiler Brennstoffe aus.

Fototipp: In Manufakturen und Werkstätten lohnt es sich, nicht nur Übersichtsaufnahmen zu machen. Hände, Arbeitsgeräte, wiederkehrende Formen und kleine Strukturen erzählen oft die bessere Geschichte.

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seit 18. Jhd. wird Salz auf Island gewonnen
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Gramm Salz/Liter im Nordatlantik
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Tage dauert die Salzgewinnung
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EUR kostet ca. 90g feinstes Salz

Wenn ein Fjord zum Spiegel wird

Nach der Salzproduktion wartet wieder die große Landschaft. An diesem Tag liegt das Wasser nahezu vollkommen ruhig vor uns. In den Westfjorden ist das keineswegs selbstverständlich. Entsprechend schnell stehen Stative und Kameras bereit.

Die umliegenden Berge spiegeln sich im flachen Wasser, Wolken ziehen durch die Bildfläche, selbst kleine Steine und Strukturen im Watt werden plötzlich Teil der Komposition. Solche Motive lassen sich kaum exakt planen.
Man kann einen Ort kennen, Wetterprognosen studieren und einen Tagesablauf vorbereiten. Ob sich ausgerechnet in diesem Moment eine perfekte Spiegelung bildet, entscheidet jedoch die Natur.
Wer genügend Zeit mitbringt, erhöht zumindest die Chance, solche Situationen nutzen zu können.

Schiffswracks in den Westfjorden: Fotomotive mit Vergangenheit.

Wind, Salzwasser und Winter hinterlassen in Island ihre Spuren.

Auch an Schiffen.

Entlang der Küste begegnen uns immer wieder alte Boote und Wracks. Manche bestehen nur noch aus rostenden Fragmenten, andere liegen überraschend vollständig in der Landschaft.

Fotografisch reizvoll ist vor allem die Verbindung von Vergänglichkeit und Natur. Rost trifft auf sattes Grün. Dunkles Metall spiegelt sich im Wasser. Ein Relikt menschlicher Nutzung wird langsam wieder Teil der Umgebung. Bei einem unserer Motive übernimmt eine große Pfütze fast die gesamte Bildwirkung.

Statt das Wrack rein dokumentarisch abzubilden, beziehen wir seine Spiegelung in die Komposition ein. In Schwarz-Weiß verändert sich die Stimmung noch einmal deutlich: Das Bild wirkt ruhiger, reduzierter und geheimnisvoller.

Gute Landschaftsfotografie bedeutet eben nicht zwangsläufig, immer neue Motive zu suchen. Häufig lohnt es sich mehr, ein Motiv länger zu betrachten und eine andere Bildidee zu entwickeln.

Island Westfjorde

Dynjandi – der mächtige Wasserfall der Westfjorde

Und dann kommt einer dieser Orte, bei denen selbst Fotografen/innen zunächst einmal die Kamera sinken lassen.

Dynjandi.

Der berühmte Wasserfall ist der oberste und größte Fall einer ganzen Reihe von Wasserfällen, die sich den Berghang hinabziehen. Gemeinsam bilden sie das eindrucksvolle Kaskadensystem, das man schon von weitem erkennt. Dynjandi selbst fällt breit und fächerförmig über den dunklen Fels. Unterhalb folgen weitere Wasserfälle, an denen der Weg nach oben vorbeiführt.
Dadurch verändert sich die Perspektive während des Aufstiegs ständig: Mal steht eine einzelne Kaskade im Mittelpunkt, mal öffnet sich der Blick zurück über den Fjord, und schließlich dominiert der eigentliche Dynjandi die Szenerie.

Hier lohnt es sich, Zeit einzuplanen -nicht nur für das klassische Foto. Verschiedene Brennweiten, unterschiedliche Vordergründe und wechselnde Standpunkte eröffnen immer neue Möglichkeiten.

Dynjandi fotografieren: Warum der Standort entscheidend ist.

Aus größerer Entfernung lässt sich besonders gut erkennen, wie sich Dynjandi und die darunterliegenden Wasserfälle über den gesamten Hang verteilen. Näher am oberen Fall werden dagegen die charakteristische Fächerform, die Wasserstrukturen und der Fels wichtiger.

Auch ein Mensch im Bild (s. Foto 2 und den roten Kreis im Foto 3) kann sinnvoll sein. Erst durch den Größenvergleich wird deutlich, welche Dimensionen Dynjandi tatsächlich besitzt.

Der Ort ist daher weit mehr als ein kurzer Fotostopp. Schon der Weg nach oben bietet mehrere eigenständige Motive, bevor man schließlich direkt vor dem eigentlichen Dynjandi steht.

Diese Zeit planen wir auf unseren Fotoreisen bewusst ein.

westfjorde wasserfall dynjandi
Island geführte Fotoreise. Der mächtige Wasserfall Dynjandi in den Westfjorden
Der Mensch im roten Kreis lässt die Dimension besser erahnen.

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Heiße Quellen in den Westfjorden: Kamera aus, Badehose an

Manche Erlebnisse brauchen zunächst keine Kamera.

Eine heiße Quelle gehört definitiv dazu. Geothermisch gespeiste Pools sind in Island weit verbreitet, doch in den Westfjorden besitzen sie oft einen besonderen Charme: kein großer Spa-Komplex, keine aufwendige Inszenierung – stattdessen warmes Wasser, Berge und ein weiter Fjord.
Man sitzt im warmen Wasser und schaut hinaus in die Landschaft. Die Wirkung kann man schwer übertreffen.

Irgendwann fotografien wir aber trotzdem, denn selbst ein einfacher Pool wird vor dieser Kulisse zum außergewöhnlichen Motiv.

Látrabjarg: Fotografieren an einem der größten Vogelfelsen Europas

Schließlich erreichen wir einen Ort, auf den sich Vogelfotografen/innen besonders freuen:

Látrabjarg.

Die mächtigen Klippen bilden den westlichsten Punkt Islands. Sie ziehen sich über viele Kilometer entlang der Küste und fallen stellenweise mehrere hundert Meter steil in den Nordatlantik ab. Schon die Landschaft ist beeindruckend. Über den Klippen ziehen ständig Seevögel vorbei. Basstölpel, Trottellummen, Tordalken und zahlreiche weitere Arten nutzen diese Küste als Brutgebiet.

Doch ein Vogel zieht fast automatisch die größte Aufmerksamkeit auf sich.

Der Papageitaucher.

Latrabjarg Klippen, Island Westfjorde. Hier nisten und brüten Millionen Vögel, mitunter auch Papageientaucher

Papageitaucher auf Látrabjarg: die Stars der Westfjorde

Kaum ein Tier wird so stark mit Island verbunden wie der Papageitaucher – der Atlantic Puffin.
Auf Látrabjarg lassen sich die Vögel während der Brutzeit besonders gut beobachten und fotografieren. Die Tiere nutzen die grasbewachsenen Bereiche nahe der Klippen für ihre Bruthöhlen. Mit ausreichend Abstand und einem Teleobjektiv ergeben sich hervorragende Möglichkeiten für Porträts und Verhaltensaufnahmen. Die Nähe wirkt manchmal beinahe unwirklich.
Ein Puffin schaut direkt in die Kamera. Ein anderer startet gegen den Wind. Wieder einer verschwindet zwischen den Gräsern.

Nach kurzer Zeit besteht die Herausforderung nicht mehr darin, überhaupt einen Papageitaucher zu finden. Viel schwieriger ist die Entscheidung, welchen Moment man fotografieren möchte.

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Vögel brüten auf den Klippen Látrabjarg (geschätzt, schwankend von Jahr zu Jahr)
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Trottellummen Paare brüten auf Latrabjarg (geschätzt, schwankend von Jahr zu Jahr)
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Tordalken Paare brüten auf Latrabjarg (geschätzt, schwankend von Jahr zu Jahr)
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Vogelarten werden regelmäßig beobachtet (geschätzt, schwankend von Jahr zu Jahr)
Latrabjarg Klippen, Island Westfjorde

Papageitaucher fotografieren – worauf kommt es an?

Porträts sind natürlich reizvoll. Noch interessanter werden Bilder jedoch häufig dann, wenn sie Verhalten zeigen.

Ein startender Vogel.
Zwei Puffins in Interaktion.
Ein Tier vor der dramatischen Küstenlandschaft der Westfjorde.

Ein gelungenes Wildlife-Foto zeigt nicht nur das Tier, sondern erzählt im besten Fall auch etwas über seinen Lebensraum. Dabei hat Sicherheit Vorrang. Die oberen Klippenkanten können instabil sein und abbrechen. Abstand zur Kante schützt nicht nur den Fotografen, sondern verhindert zugleich unnötige Störungen der brütenden Vögel. Mit längerer Brennweite besteht ohnehin kein Grund, Nähe zu erzwingen.

Verlassene Bauernhöfe – stille Geschichten am Straßenrand

Die Westfjorde erzählen nicht nur Naturgeschichten. Immer wieder stehen alte, verlassene Höfe in der Landschaft. Manche liegen allein in weiten Tälern. Bei anderen entsteht der Eindruck, als seien die Bewohner erst vor kurzer Zeit gegangen.
Tatsächlich haben viele abgelegene Regionen Islands im Laufe der Jahrzehnte einen deutlichen Strukturwandel erlebt. Arbeitsplätze, Schulen und andere Angebote konzentrierten sich zunehmend in größeren Orten. Kleine Höfe wurden aufgegeben, Familien zogen fort.
Zurück blieben Gebäude, Zäune und Spuren eines früheren Lebens.

Als Fotomotive funktionieren solche Orte besonders gut, wenn man sie nicht nur als „Lost Places“ betrachtet. Ein verwittertes Fenster, eine alte Tür, ein Stück Wellblech oder ein Zaun können etwas über den Alltag erzählen, der hier einmal stattgefunden hat. Dahinter erstreckt sich die weite Landschaft.
Diese Motive brauchen selten spektakuläre Inszenierung. Meist reicht Ruhe.

Warum sind manche Kirchen in Island schwarz?

Kleine Kirchen gehören zu den Motiven, denen man auf Island immer wieder begegnet. Einige fallen besonders auf:

Sie sind schwarz.

Was heute fast wie eine bewusste architektonische Gestaltung wirkt, hatte ursprünglich einen sehr praktischen Grund. Die Holzbauten wurden früher mit Teer oder Pech behandelt, um das Holz vor der Witterung zu schützen. Regen, Feuchtigkeit, kräftiger Wind und vor allem die salzhaltige Luft in den Küstenregionen setzten unbehandeltem Holz stark zu. Die dunkle Schutzschicht machte die Gebäude widerstandsfähiger und verlängerte ihre Lebensdauer.

Die schwarze Farbe entstand also nicht in erster Linie aus ästhetischen Gründen, sondern war das sichtbare Ergebnis einer traditionellen Methode des Holzschutzes. Auch die bekannte Búðakirkja auf Snæfellsnes verdankt ihr charakteristisches Äußeres einer solchen Schutzbehandlung mit Pech beziehungsweise Teer.

Fotografisch haben diese Kirchen heute natürlich eine ganz besondere Wirkung. Vor grünen Berghängen, grauem Himmel oder einer offenen Fjordlandschaft entstehen starke Kontraste. Schwarz. Weiß. Grün. Grau. Mehr braucht eine Bildkomposition manchmal nicht.

Obwohl moderne Kirchen nicht mehr schwarz sind, folgt die Architektur derselben Logik.

Die schlichte Architektur und die dunkle Fassade lassen selbst eine kleine Kirche vor der gewaltigen isländischen Landschaft erstaunlich präsent wirken.

Island Westfjorde Impression Fotoreise mit Hands on Camera Radmila Dier

Krýsuvík und Seltún: Island riecht nach Schwefel

Irgendwann heißt es Abschied nehmen von den Westfjorden. Die Landschaft Islands hält auf dem Rückweg jedoch noch einen vollständigen Szenenwechsel bereit. Auf der Reykjanes-Halbinsel besuchen wir das Geothermalgebiet Krýsuvík/Seltún.

Schon bevor viel zu sehen ist, macht sich der Ort bemerkbar.
Schwefel liegt in der Luft.
Dampf steigt aus dem Boden.
Schlammtöpfe brodeln.
Mineralische Ablagerungen färben den Untergrund gelb, rot, braun und grau.

Die Reykjanes-Halbinsel gehört zur aktiven Vulkan- und Riftzone Islands. Entsprechend deutlich zeigt sich die geothermische Aktivität hier direkt an der Oberfläche.
Fotografisch könnte der Kontrast zu den Westfjorden kaum größer sein. Noch kurz zuvor standen grüne Fjorde und Vogelfelsen vor den Objektiven. Nun wirkt die Umgebung fast wie die Oberfläche eines fremden Planeten.

Seltún fotografieren

Besonders spannend sind hier die kleinen Ausschnitte. Mineralablagerungen bilden Linien und Farbflächen, Dampf verändert permanent den Hintergrund, und unscheinbare Strukturen ergeben mit dem richtigen Bildausschnitt plötzlich abstrakte Landschaftsfotografie. Der Boden scheint an vielen Stellen regelrecht zu leben.
Eine eindrucksvolle Erinnerung daran, wie aktiv Island unter der Oberfläche ist.

brodelnde geothermale quellen auf Island

Fagradalsfjall 2021: Wir wollten einen Vulkan sehen – und sahen nichts

2021 hatte sich auf der Reykjanes-Halbinsel etwas Grundlegendes verändert. Im Gebiet bei Fagradalsfjall begann eine Eruption. Frische Lava floss über eine Landschaft, die über Jahrhunderte ruhig gewesen war.
Natürlich wollten wir hin.
Vulkan.
Frische Lava.
Eigentlich perfekte Voraussetzungen.
Nur das Wetter hatte andere Pläne.

Als wir losgehen, hängen die Wolken bereits tief. Wenig später beginnt es zu regnen. Der Nebel wird dichter. Wir laufen trotzdem, der Weg ist breit und gut markiert. Irgendwo vor uns liegt der Vulkan, man hört ihn deutlich. Sehen können wir ihn nicht.

Wie wir sahen, sahen wir nichts.

Trotzdem entwickelt sich die Wanderung zu einem der eindrücklichsten Erlebnisse der Reise. Aus dem Nebel erscheinen nach und nach schwarze Lavafelder. Erst einzelne Strukturen.
Dann riesige Flächen.
Erstarrte Lava liegt wie eine fremde Haut über der Landschaft.
Der Krater bleibt uns verborgen, seine Spuren dagegen sind überall.

Manchmal entsteht das beste Foto nicht dort, wo man es geplant hat

Vielleicht liegt darin eine der wichtigsten Lektionen der Landschaftsfotografie. Nicht alles lässt sich planen. Wetterkarten helfen. Licht lässt sich berechnen. Standorte kann man vorbereiten.
Die Natur hält sich trotzdem nicht an unseren Reiseplan. An diesem Tag bekommen wir kein klassisches Vulkanfoto. Stattdessen erleben wir Nebel, Regen und eine junge Lavalandschaft, die unter diesen Bedingungen noch fremdartiger wirkt.

Am frischen Lavafeld entlang zu wandern war sicher eines der absoluten Highlights auf Island und zeigte uns auf eindrucksvolle Weise, wie unberechenbar und zugleich faszinierend die Natur sein kann. Wir waren Zeugen einer geologischen Aktivität, die über Jahrtausende hinweg die Landschaft geformt hatte und immer noch aktiv ist.

Auch wenn wir den Vulkankrater nicht erblicken konnten, hat uns diese Wanderung gezeigt, dass die Schönheit der Natur oft in den unerwarteten Momenten zu finden ist. Gerade dieser Nebel war es, der uns eine neue Perspektive auf das Naturspektakel bot.

Was für ein fulminanter Abschluss einer fantastischen Fotoreise auf Island!

Warum die Westfjorde für Fotografen so besonders sind

Was bleibt von einer solchen Reise? Nicht nur Dynjandi. Nicht nur Látrabjarg. Auch nicht das einzelne Bild eines Papageitauchers oder Schiffswracks.

Es ist die Vielfalt.

Innerhalb weniger Tage begegnen uns Fjorde, Wasserfälle, Vogelfelsen, Papageitaucher, verlassene Höfe, Kirchen, Schiffswracks, heiße Quellen, Geothermalgebiete und Lavafelder.

Trotzdem fühlt sich die Reise nicht wie eine Sammlung von Sehenswürdigkeiten an. Der entscheidende Unterschied ist das Tempo. Wir fahren nicht zu einem Ort, machen ein Foto und ziehen weiter. Wir beobachten das Licht, suchen Perspektiven, probieren Brennweiten aus und warten, wenn sich das Warten lohnt. Manchmal reicht schon eine unscheinbare Kurve am Straßenrand, um aus einem geplanten Fahrtag einen unerwarteten Fotomoment zu machen.

Lust auf eine Fotoreise nach Island?

Die Westfjorde gehören zu den Regionen Islands, in denen Landschaft, Tierwelt und Abgeschiedenheit besonders intensiv zusammenkommen.

Für Fotografen eröffnet diese Mischung außergewöhnlich viele Möglichkeiten: weite Fjordlandschaften, mächtige Wasserfälle, kleine Dörfer, Seevögel und Motive, die sich nicht im Voraus planen lassen.

Unsere Fotoreisen mit Hands on Camera finden bewusst in kleinen Gruppen statt. Dadurch bleibt genügend Zeit für spontane Stopps, unterschiedliche Perspektiven und individuelle fotografische Unterstützung.

Denn am Ende geht es nicht darum, möglichst viele Orte gesehen zu haben. Es geht darum, mit Bildern nach Hause zu kommen, die eine Geschichte erzählen.

→ Aktuelle Fotoreisen nach Island ansehen

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