Lieblingsfoto der Woche 08/26 – Atem eines Wals vor Island
Dieses Lieblingsfoto zeigt einen Moment, der auf dem Meer sofort spürbar ist: Ein Wal taucht auf, atmet aus, und für wenige Sekunden steht eine helle Fontäne aus Atem und Wasser in der Luft. Der Körper des Tieres bleibt nur teilweise sichtbar, doch genau dadurch wirkt die Szene besonders stark. Man sieht nicht alles – aber man versteht sofort, was geschieht.
Fotografisch lebt die Aufnahme von diesem hellen Blas vor der dunkleren Landschaft im Hintergrund. Das Wasser ist bewegt, das Licht bricht sich in den feinen Tropfen, und der Wal bleibt geheimnisvoll im Meer verborgen. Es ist kein lautes Bild, sondern ein sehr atmosphärischer Moment: kurz, wild, unvorhersehbar und zugleich ruhig.
Solche Situationen machen Walbeobachtungen für Fotografen so spannend. Man wartet, beobachtet die Wasseroberfläche, sucht nach Bewegungen – und plötzlich passiert alles gleichzeitig. Der Wal bestimmt den Moment, die Richtung und die Dauer. Die Fotografin muss bereit sein, schnell reagieren und trotzdem die Bildkomposition im Blick behalten.
Aufgenommen wurde das Lieblingsfoto von Kerstin Wanstrath vor Island. Es zeigt sehr schön, dass Tierfotografie nicht immer Nähe braucht. Manchmal reicht der Atem eines Wals, um die ganze Kraft und Präsenz dieses Tieres sichtbar zu machen.
Foto: Kerstin Wanstrath
Aufnahmeort: Island
Kamera: Canon EOS R6 Mark II
Objektiv: Canon EF70-300mm f/4-5.6L IS USM
Einstellungen: ISO 1600, 229 mm, f/10, 1/1600 Sek.