Polarlichter am Mývatn fotografieren – Lieblingsfoto der Woche 27/2026

Polarlichter am Mývatn zu fotografieren kann unter den richtigen Bedingungen erstaunlich unkompliziert sein.
Polarlichter fotografieren klingt oft nach langer Nacht, kalten Füßen und stundenlangem Warten irgendwo im Dunkeln. Dieses Foto von Kerstin Wanstrath entstand am Mývatn im Norden Islands – unter nahezu idealen Bedingungen. Unser Hotel lag direkt am See, abseits störender Lichtverschmutzung. Als sich die Polarlichter zeigten, mussten wir also nicht erst ins Auto steigen, keinen dunklen Standort suchen und keine lange Fahrt in Kauf nehmen. Kamera, Stativ, warme Kleidung – und dann einfach hinaus in die Nacht.
Über der Landschaft am Mývatn spannten sich grüne Lichtbänder über den Himmel. Darüber funkelten unzählige Sterne, während sich am Horizont die Konturen der dunklen Hügel abzeichneten. Besonders schön an diesem Bild ist die Kombination aus Weite, Struktur und Farbe: Das Polarlicht wirkt lebendig, aber nicht chaotisch. Der Sternenhimmel gibt der Szene Tiefe, und die dunkle Landschaft verankert das Bild ruhig am unteren Rand.
Genau solche Momente zeigen, warum die Planung einer Fotoreise nicht erst am Motiv beginnt. Bei Hands on Camera wählen wir Unterkünfte nicht nur nach Komfort und Lage auf der Landkarte aus, sondern auch nach ihrem fotografischen Potenzial. Gerade bei Herbst- und Winterreisen in Island ist das entscheidend. Wenn Nordlichter erscheinen, zählt jede Minute. Dann ist es ein großer Vorteil, wenn man direkt vom Hotel aus fotografieren kann – ohne zusätzliche Anfahrt, ohne Suchen, ohne unnötige Lichtquellen.
Polarlichter am Mývatn fotografieren: Warum diese Aufnahme funktioniert
Für Polarlichtfotografie ist nicht nur die Aktivität der Aurora entscheidend, sondern auch der Standort. Am Mývatn bietet die offene Landschaft einen weiten Blick zum Himmel, während außerhalb der größeren Ortschaften nur wenig künstliches Licht die Nachtaufnahme stört.
Kerstins Aufnahme lebt von der Aufteilung zwischen Himmel und Landschaft. Die dunklen Hügel am unteren Bildrand geben dem Polarlicht einen klaren Bezug zur Umgebung. Gleichzeitig sorgt der sichtbare Sternenhimmel für Tiefe, während die grünen Lichtbänder die Blickführung durch das Bild übernehmen.
Mit 16 mm Brennweite lässt sich ein großer Ausschnitt des Himmels erfassen. Die offene Blende von f/4 und ISO 2000 sorgen dafür, dass trotz Dunkelheit ausreichend Licht auf den Sensor gelangt. Die 30 Sekunden Belichtungszeit machen auch schwächere Bereiche der Aurora sichtbar.
Die Belichtungszeit variiert je nach Situation: Bei schnell bewegten oder sehr strukturierten Polarlichtern wäre eine deutlich kürzere Belichtungszeit sinnvoll, damit die Formen nicht ineinander verschwimmen. Die passende Belichtungszeit hängt deshalb immer davon ab, wie intensiv und wie schnell sich das Polarlicht gerade bewegt.
Wer Polarlichter selbst fotografieren möchte, findet in unserer kostenlosen Broschüre „Polarlichter fotografieren“ die wichtigsten Grundlagen zu Kameraeinstellungen, Belichtungszeit, Fokus und Bildgestaltung kompakt zusammengefasst.
Für weitere Informationen
Aufnahmedaten und Ausrüstung
Foto: Kerstin Wanstrath
Kamera: Canon EOS R6 Mark II
Objektiv: Canon EF 16–35mm f/4L IS USM
Brennweite: 16 mm
Blende: f/4
Belichtungszeit: 30 Sek.
ISO: 2000