Westfjorde , Salz und Vulkane auf Island. Ein Paradies für Fotografen.

Willkommen zum zweiten Teil (Teil 1 hier) meines Blogs über unsere fantastische Fotoreise in die Westfjorde! In diesem Beitrag berichte ich über unsere Erlebnisse bei der Salzgewinnung auf Island, über die beeindruckenden Schiffswracks, die schwarzen Kirchen, und über den in 2021 ausgebrochenen Vulkan auf Island.

Außerdem hatten wir einen Vogel. Nein, ganz viele Vögel!
Vor der Kamera, versteht sich :)

Auf geht’s in die wilden Westfjorde, Teil 2.

Salzgewinnung auf Island. Nachhaltig und emissionsfrei.

Island ist nicht nur für seine atemberaubende Landschaft und seine unberührte Natur bekannt, sondern auch für seine einzigartigen natürlichen Ressourcen. Die Salzgewinnung aus dem Meerwasser spielt eine bedeutende Rolle in der isländischen Geschichte und Kultur. Aufgrund der geografischen Lage und des klimatischen Kontexts Islands, wo die Sonneneinstrahlung begrenzt ist, wird die Geothermie genutzt.

In den Entsalzungsanlagen wird das Meerwasser aus ausgewählten Küstenbereichen entnommen, um sicherzustellen, dass es von hoher Qualität und frei von Verunreinigungen ist. Anschließend wird das Wasser in flache Salzbecken geleitet. Hier kommt die einzigartige Nutzung der Geothermie auf Island ins Spiel. Die Räume und Becken in den Entsalzungsanlagen werden mit Hilfe der geothermischen Wärme geheizt, um das Wasser zu verdunsten.

Die geothermische Beheizung ermöglicht eine ganzjährige Salzproduktion unabhängig von den Wetterbedingungen oder der Sonneneinstrahlung. Die natürliche Wärme aus dem Inneren der Erde, die Island aufgrund seiner vulkanischen Aktivität besitzt, trägt dazu bei, dass das Meerwasser in den Becken verdunstet und das Salz auskristallisiert.

Die feinen Salzkristalle setzen sich nach und nach ab und werden per Hand abgeschöpft und getrocknet.

Das gewonnene Meersalz aus Island ist für seine hohe Qualität und seinen reinen Geschmack bekannt. Es wird sowohl in der heimischen Küche als auch in den feinen Gourmetküchen der Welt verwendet.

Während unserer Reise hatten wir die Gelegenheit, an einer Salzgewinnungsexkursion teilzunehmen.

Gesalzene fun facts

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seit 18. Jhd. wird Salz auf Island gewonnen
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Gramm Salz/Liter im Nordatlantik
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Tage dauert die Salzgewinnung
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EUR kostet ca. 90g feinstes Salz

Auf Island hat jede Jahreszeit ihren ganz speziellen Reiz. Während man vom September bis März hofft, die spektakulären Polarlichter zu sehen und zu fotografieren ***) , überrascht die Insel im hohen Norden mit einer bunten Vielfalt und schier endlosen Nächten im Sommer. In den tiefen Fjorden spiegeln sich die umliegenden Berge und wenn das Wasser so seicht und ruhig ist wie gerade hier, gelingen tolle Spiegelungen.

In den stürmischen Gewässern und der rauen See sind im Laufe der Zeit mehrere Schiffe gestrandet. Die Natur hat sie zu beeindruckenden Ruinen gemacht.

Auf unserer Fotoreise auf Island haben wir diverse Schiffswracks entlang der Küste entdeckt und fotografiert. In den stürmischen Gewässern und der rauen See sind im Laufe der Zeit so einige Schiffe gestrandet.

Die Witterungseinflüsse und die Kraft der Natur hatten ihre Spuren hinterlassen. Die Kombination aus der rauen Landschaft der Westfjorde und den verlassenen Wracks sind feine Zutaten für beeindruckende Aufnahmen.

Wir nutzen die unterschiedlichen Lichtverhältnisse, um die Stimmung der Schiffswracks einzufangen. Im Teil 1 der Fotoreise hast du Fotos von Schiffen mit Rostflecken und bunten Farben gesehen, die eine heitere, fast karibische Stimmung erzeugen. Hier war eine große Pfütze der perfekte Spiegel und liess das Wrack mystisch und geheimnisvoll erschienen – insbesondere in Schwarz-Weiß! 

Ein spektakuläres Meisterwerk der Natur: Dynjandi ist einer der beeindruckendsten Wasserfälle in den Westfjorden.

Mit einer Gesamthöhe von rund 100 Metern stürzt das Wasser in sieben Stufen den Berghang hinab und bildet einen atemberaubenden Anblick. Der Hauptfall, der auch als “Fjallfoss” bezeichnet wird, ist der größte und markanteste Teil des Wasserfalls. Im dritten Foto steht oben links (im roten Kreis) ein Mensch und verdeutlich die gewaltige Dimension.

Die Kombination aus dem strahlenden Wasser, dem grünen Moos und den umgebenden Felsen schafft eine malerische Kulisse, die sich perfekt für einzigartige Aufnahmen eignet.

Ein weiterer Grund, warum Dynjandi ein Paradies für Fotografen ist, ist die Vielfalt der Perspektiven, aus denen der Wasserfall eingefangen werden kann. Von der Ferne betrachtet eröffnet sich ein majestätischer Blick auf das gesamte Ausmaß des Wasserfalls, während aus der Nähe die beeindruckenden Details der fallenden Wassermassen und die Kraft der Natur deutlich werden.

Hier hatten wir genug Zeit eingeplant um einzigartige Bilder zu schaffen, interessante Kompositionen zu gestalten und mit verschiedenen Blickwinkeln zu spielen.

westfjorde wasserfall dynjandi
Island geführte Fotoreise. Der mächtige Wasserfall Dynjandi in den Westfjorden

Heiße Quellen, eine ganz besondere Form der Entspannung in den Westfjorden.

Die heißen Quellen in den Westfjorden sind ein direktes Geschenk der geothermischen Aktivität, die Island zu einem einzigartigen Ort macht. Unter der Erdoberfläche brodelt heißes Wasser durch vulkanische Aktivitäten. Dadurch entstehen heiße Quellen, die entweder natürlich belassen sind, oder in einen Pool geleitet (und ggf. mit kaltem Quellwasser gemischt) werden.

Stell dir vor, wie du in warmem Wasser badest, umgeben von rauer Landschaft und majestätischen Bergen. Was für ein Genuss!

Látrabjarg in den Westfjorden: Eine Wanderung durch das Vogelparadies.

Látrabjarg ist der westlichste Punkt Islands und beherbergt eine der größten Vogelkolonien Europas. Die Klippen erstrecken sich über 14 Kilometer entlang der Küste und ragen bis zu 440 Meter hoch über das tosende Meer. Es ist ein Ort von unglaublicher Schönheit und wilder Romantik.

Die beeindruckende Steilküste bietet nicht nur eine atemberaubende Kulisse, sondern ist auch Heimat für Millionen von Seevögeln, darunter Papageitaucher, Tordalken, Dreizehenmöwen und viele mehr.

Um die wahre Schönheit von Látrabjarg zu erleben, haben wir eine Wanderung entlang der Klippen unternommen. Der Weg ist relativ einfach zu begehen, trotzdem ist Vorsicht geboten, da es an einigen Stellen steil und windig werden kann. Der Blick auf das endlose Meer und die majestätischen Klippen entschädigt jedoch für alle Mühen und ist einfach unvergesslich.

Papageitaucher aka Puffins. Die Stars von Látrabjarg.

Papageitaucher sind zweifellos die Stars von Látrabjarg und eine der Hauptattraktionen für Vogelfotografen. Diese charmanten Vögel zeichnen sich durch ihre bunten Schnäbel, ihr auffälliges Aussehen und ihr verspieltes Verhalten aus. Die Klippen von Látrabjarg bieten eine ideale Umgebung für Papageitaucher, um ihre Nester in den steilen Hängen zu bauen. Dies bietet uns die einzigartige Möglichkeit, Papageitaucher aka Puffins in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten und Fotos aus nächster Nähe zu machen.

Aber nicht nur sie: Millionen verschiedene Vögel tummeln sich an den Klippen von Látrabjarg, darunter viele Basstölpel, Trottellummen, Tordalken, Seeadler, Rotkehl-Seetaucher, Küstenseeschwalben, Rotschenkel, Bekassinen, Alken, Murren, Dreizehenmöwen, Eissturmvögel, Schneeammern und Flussregenpfeifer.

Vogelfotografenherz, was willst du mehr!?

Látrabjarg fun facts

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Vögel brüten auf den Klippen Látrabjarg (geschätzt, schwankend von Jahr zu Jahr)
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Trottellummen Paare brüten auf Latrabjarg (geschätzt, schwankend von Jahr zu Jahr)
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Tordalken Paare brüten auf Latrabjarg (geschätzt, schwankend von Jahr zu Jahr)
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Vogelarten werden regelmäßig beobachtet (geschätzt, schwankend von Jahr zu Jahr)

Zahn der Zeit. Warum werden Bauernhöfe auf Island zu Lost Places?

Auf Island gibt es eine Vielzahl von verlassenen Höfen und Lost Places, die nicht nur einzigartige Fotomotive, sondern auch Einblicke in die Vergangenheit und den Lebensstil der Menschen bieten, die einst dort gelebt haben.

Aber warum sind sie verlassen?

Die Gründe für das Verlassen der Bauernhöfe sind vielfältig. Früher war Island hauptsächlich von Fischerei und Schafzucht geprägt. Damals lebten die Menschen in relativer Isolation und waren stark von den rauen Wetterbedingungen abhängig. Häufig waren wirtschaftliche Schwierigkeiten der Auslöser. Die Bewohner zogen nach Reykjavik oder andere größere Orte, um bessere Bildungsmöglichkeiten und Arbeitsplätze zu finden. Ihre Häuser haben sie einfach stehen lassen.

So oder anders, für uns Fotografen bieten verlassene Bauernhöfe tolle Fotomotive!

Warum sind manche Kirchen auf Island schwarz?

Auf Island gibt es viele pittoreske Kirchen, die über die Insel verstreut sind. Ein Fotomotiv sind sie alle: Einige fallen aber durch ihre dunkle oder sogar schwarze Fassade besonders auf.

Die schwarze Farbe der Kirchen auf Island hat mehrere Gründe. Einer davon liegt in der traditionellen Bauweise und den Materialien, die in früheren Zeiten auf Island verfügbar waren. Viele der alten Kirchen wurden aus Holz errichtet, das mit einer Mischung aus Teer und Torf getränkt wurde, um es vor der rauen Witterung zu schützen. Diese Behandlung verlieh den Kirchen ihre charakteristische schwarze Farbe.

Die modernen Bauten sind zwar nicht (nur) schwarz, fügen sich aber immer noch perfekt ein in die Farben der Landschaft Islands.

Was aus der Not entstand, bietet heute ein außergewöhnliches Fotomotiv für uns Fotografen.

Krýsuvík Thermalquellen – ein fremder Planet en Miniatur.

Auf Wiedersehen Westfjorde, hallo Reykjanes!

Ein lohnenswerter Abstecher auf dem Rückweg sind auf jeder Fotoreise die Thermalquellen Krysuvík.

Die Krysuvík Thermalquellen befinden sich auf der Halbinsel Reykjanes im Südwesten Islands. Diese geothermische Region ist Teil des Reykjanesvirkjun-Gebiets und erstreckt sich über ein Areal von etwa 60 Quadratkilometern. Die Thermalquellen zeichnen sich durch ihre farbenfrohen Fumarolen, dampfenden Schlote, blubbernden Schlammtöpfe und glühenden Schwefelfelder aus. Es ist eine Landschaft, die einem fremden Planeten ähnelt und die Besucher in Staunen versetzt.

Was die Krysuvík Thermalquellen so beeindruckend macht, sind ihre einzigartigen geologischen Merkmale. Die Region liegt auf dem Mid-Atlantic-Ridge, einer Stelle, an der die eurasische und die nordamerikanische tektonische Platte aufeinandertreffen. Dies führt zu einer erhöhten geologischen Aktivität mit zahlreichen Erdspalten, aus denen Dampf und heißes Wasser aufsteigen. Die Quellen sind von farbenprächtigen Mineralablagerungen umgeben, die durch die Hitze und chemischen Reaktionen entstehen.

Es gibt gut angelegte Wege, die es ermöglichen, die verschiedenen Bereiche der Thermalquellen sicher zu erkunden. Von den erhöhten Aussichtspunkten aus kann man die brodelnden Schlammtöpfe und die dampfenden Fumarolen bewundern und die intensiven Farben der umliegenden Landschaft genießen und fotografieren.

brodelnde geothermale quellen auf Island

Keilir und Fagradalsfjall auf Island. Ein Vulkanausbruch, den man besuchen kann.

Im Jahr 2021 lockte der Vulkanausbruch auf Island Abenteurer und Fotografen aus aller Welt an. Natürlich konnten auch wir der Faszination dieses Naturspektakels nicht widerstehen und haben eine Wanderung zum Vulkan eingeplant, um das Ereignis zu erleben und mit der Kamera festzuhalten. Doch das Wetter hatte seine eigenen Pläne und bescherte uns Regen und dichten Nebel, der die Sicht auf den Vulkan vollständig verhüllte.

Wie wir sahen, sahen wir nichts!

So ist es manchmal auf Island! Normalerweise wechselt das Wetter sehr schnell – an diesem Tag bestätigte die Ausnahme die Regel.

Trotz der widrigen Wetterbedingungen entschieden wir uns, die Wanderung fortzusetzen und entlang der frischen Lavafelder zurück zu gehen. Der Weg führte uns durch eine Landschaft geprägt von rauchenden Lavafeldern und vulkanischer Aktivität. Eigentlich passte das regnerische, graue Wetter perfekt zum Landschaftsbild! Der Geruch von Schwefel lag in der Luft, während wir behutsam an dem noch sehr heißen Lavarand entlanggingen.

Die Hitze, die von der Lava ausging, war spürbar, und das Knistern und Gurgeln der flüssigen Lava unter der dünnen schwarzen Kruste verlieh der Szenerie eine mystische Atmosphäre.

Hier sind ein paar Impressionen von unserer Wanderung “auf dem fernen Planeten”.

Diese Wanderung war sicher eines der absoluten Highlights auf Island und zeigte uns auf eindrucksvolle Weise, wie unberechenbar und zugleich faszinierend die Natur sein kann. Wir waren Zeugen einer geologischen Aktivität, die über Jahrtausende hinweg die Landschaft geformt hatte und immer noch aktiv ist.

Auch wenn wir den Vulkankrater nicht erblicken konnten, hat uns diese Wanderung gezeigt, dass die Schönheit der Natur oft in den unerwarteten Momenten zu finden ist. Gerade dieser Nebel war es, der uns eine neue Perspektive auf das Naturspektakel bot.

Was für ein fulminanter Abschluss einer fantastischen Fotoreise auf Island!

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