Landschaftsfotografie mit Teleobjektiv – Lieblingsfoto der Woche 11/2026

Warmes Herbstlicht fällt durch Wolken auf gestaffelte Berghänge in den Ostfjorden Islands

Dieses Lieblingsfoto von Andreas Klotz entstand auf unserer Fotoreise im Oktober in den Ostfjorden Islands. Es zeigt keine klassische weite Landschaft, sondern einen bewusst gewählten Ausschnitt: gestaffelte Berghänge, erste Schneeflächen und darüber ein Himmel, aus dem warmes Herbstlicht durch die Wolken bricht.

Gerade dieses Licht verändert die Landschaft. Während große Teile der Berge im Schatten bleiben, trifft die Sonne nur auf einzelne Flächen und zeichnet dadurch Formen und Höhenzüge nach, die bei gleichmäßigem Licht deutlich weniger hervortreten würden.

Der Gegensatz zwischen dem kühlen, dunklen Himmel und dem warm beleuchteten Berghang gibt der Aufnahme ihre besondere Spannung. Das Licht fällt nicht gleichmäßig über die gesamte Landschaft, sondern wandert sichtbar über die Bergrücken. Für solche Situationen lohnt es sich, einen Standort nicht zu schnell zu verlassen: Oft verändert sich innerhalb weniger Minuten, welcher Teil der Landschaft beleuchtet wird.

Andreas hat hier bewusst darauf verzichtet, möglichst viel Umgebung ins Bild zu nehmen. Stattdessen konzentriert sich die Aufnahme auf Licht, Formen und die Staffelung der Berge. Genau diese Reduktion macht aus einer großen Landschaft ein sehr grafisches Motiv.

Landschaftsfotografie mit Teleobjektiv: Warum diese Aufnahme funktioniert

Ein Teleobjektiv ist in der Landschaftsfotografie weit mehr als nur ein Objektiv für weit entfernte Motive. Es erlaubt, aus einer großen Landschaft gezielt einzelne Bereiche herauszulösen und störende oder weniger interessante Elemente vollständig aus dem Bild auszuschließen.

Andreas fotografierte diese Szene mit 175 mm Brennweite. Dadurch wird der Bildausschnitt stark reduziert und die verschiedenen Bergrücken erscheinen optisch enger gestaffelt. Die Landschaft wirkt verdichtet – fast wie mehrere übereinanderliegende Ebenen.

Gerade das wechselnde Herbstlicht profitiert von dieser Konzentration. Statt den gesamten Himmel und die komplette Berglandschaft zu zeigen, liegt die Aufmerksamkeit auf dem Bereich, in dem das warme Sonnenlicht durch die Wolken fällt und einzelne Hänge hervorhebt. Dunkle und helle Flächen strukturieren dadurch das Bild.

Blende f/4 ist bei dieser Brennweite vollkommen ausreichend, weil das Motiv weit entfernt liegt und keine Schärfentiefe vom unmittelbaren Vordergrund bis zum Horizont benötigt wird. Die Aufnahme entstand mit ISO 800 und 1/10.000 Sekunde. Eine derart kurze Verschlusszeit ist für eine unbewegte Landschaft grundsätzlich nicht erforderlich – sie zeigt hier vor allem, wie viel Licht in den hellen Bereichen der Szene vorhanden war.

Der entscheidende fotografische Punkt ist deshalb nicht die extrem kurze Belichtungszeit, sondern die Kombination aus Telebrennweite, selektivem Bildausschnitt und beobachtetem Licht. Gerade in den Ostfjorden können Wolken und tief stehende Sonne innerhalb kurzer Zeit immer neue Motive aus derselben Landschaft entstehen lassen.

Aufnahmedaten und Ausrüstung

Foto: Andreas Klotz
Kamera: Nikon Z 9
Objektiv: NIKKOR Z 70–200 mm f/2.8 VR S
Aufnahmedaten: ISO 800 · 175 mm · f/4 · 1/10.000 Sek.

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