Eisberge im Abendlicht fotografieren – Lieblingsfoto der Woche 29/2026

Das Lieblingsfoto von Dr. Britta Schichler entstand während unserer Fotoreise in Westgrönland auf einer Iceberg-Sailing-Tour in der Diskobucht. Gerade am Abend verändert das tief stehende Licht die Eisberge vollkommen: Konturen werden deutlicher, Strukturen treten hervor und warme Lichtreflexe treffen auf die kühlen Blau- und Weißtöne des Eises.
Bei dieser Reise hatten wir besonders großes Glück mit dem Wetter. Die Bedingungen waren so gut, dass wir sogar eine zusätzliche Bootstour gebucht haben, um die Eisberge noch einmal im besten Licht fotografieren zu können.
Das warme Licht der tief stehenden Sonne wirkt wie ein Goldumhang über dem Eis. Die riesigen Eisberge spiegeln sich auf der fast glatten Wasseroberfläche, während das kalte Blau des Wassers und das warme Abendlicht einen intensiven Kontrast bilden. Genau daraus entsteht die besondere Wirkung dieser Aufnahme: ruhig, klar und fast surreal.
Ilulissat ist einer der eindrucksvollsten Orte für Eisbergfotografie. Immer wieder treiben neue Eisberge aus dem Eisfjord hinaus in die Diskobucht. Manche wirken wie Kathedralen aus Eis, andere wie abstrakte Skulpturen. Sie verändern sich ständig – durch Licht, Wind, Strömung, Schmelze und Bewegung.
Fotografisch ist das eine große Chance. Denn bei Eisbergen geht es nicht nur um Größe. Es geht um Form, Struktur, Licht und Spiegelung. Ein kleiner Eisblock im Vordergrund kann Tiefe geben. Eine ruhige Wasserfläche kann die Szene verdoppeln. Und warmes Abendlicht kann aus einer ohnehin spektakulären Landschaft ein Bild machen, das lange im Gedächtnis bleibt.
Eisberge im Abendlicht fotografieren: Warum diese Aufnahme funktioniert
Bei Eisbergen entscheidet das Licht besonders stark über die Bildwirkung. In Brittas Aufnahme trifft das warme Licht der tief stehenden Sonne auf die kühlen Blau- und Weißtöne von Eis und Wasser. Dieser Farbkontrast macht die Szene deutlich lebendiger, ohne ihr die ruhige Wirkung zu nehmen.
Die nahezu glatte Wasseroberfläche verstärkt das Motiv zusätzlich. Durch die Spiegelung bekommt der Eisberg mehr visuelles Gewicht und die Komposition wirkt ausgeglichener. Mit 24 mm Brennweite bleibt genügend Umgebung im Bild, um die Dimension der Landschaft zu zeigen.
Blende f/9 sorgt für eine große Schärfentiefe. Die kurze Belichtungszeit von 1/500 Sekunde ist bei einer Aufnahme vom Boot aus ebenfalls sinnvoll, weil sie Bewegungen von Kamera und Fahrzeug reduziert. ISO 640 schafft dafür den nötigen Spielraum, obwohl das Licht bereits schwächer wird.
Entscheidend bleibt jedoch der Zeitpunkt: Derselbe Eisberg kann wenige Minuten später völlig anders aussehen. Gerade bei Eisbergfotografie lohnt es sich deshalb, Licht und Motiv länger zu beobachten, statt nur eine Aufnahme zu machen und weiterzufahren.
Aufnahmedaten und Ausrüstung
Foto: Dr. Britta Schichler
Kamera: Canon EOS 6D Mark II
Objektiv: Canon EF 24–105mm f/4L IS II USM
Brennweite: 24 mm
Blende: f/9
Belichtungszeit: 1/500 Sek.
ISO: 640