Sonnenaufgang am Reynisfjara fotografieren – Lieblingsfoto der Woche 20/2026

Dieses Lieblingsfoto der Woche stammt von Hartmut Barkawitz und entstand bei Sonnenaufgang am Reynisfjara im Süden Islands. Für genau diese Lichtstimmung bleibt nur ein sehr kurzes Zeitfenster: Die Sonne steht noch hinter den markanten Reynisdrangar-Felsen und zeichnet ihre Konturen als dunkle Silhouetten vor den goldenen Himmel.
Nur wenige Minuten später tritt die Sonne hinter den Felsen hervor. Dann verändert sich die Szene vollständig – Kontrast, Lichtverteilung und Wirkung der Silhouetten sind plötzlich andere. Gerade solche kurzen Übergänge machen den Sonnenaufgang am Reynisfjara fotografisch besonders spannend.
In Hartmuts Aufnahme liegt die Sonne noch fast vollständig hinter den Felsnadeln. Der Himmel leuchtet bereits warm, während Strand, Brandung und Reynisdrangar weitgehend dunkel bleiben. Auf dem feuchten schwarzen Sand entsteht gleichzeitig eine schmale Lichtspur, die den Blick vom Vordergrund in Richtung Meer führt.
Die Aufnahme lebt deshalb nicht nur vom spektakulären Ort, sondern vor allem vom richtigen Moment. Ein paar Minuten früher wäre das Licht noch schwächer gewesen, ein paar Minuten später wäre die Sonne bereits neben den Felsen sichtbar geworden.
Sonnenaufgang am Reynisfjara: Warum wenige Minuten entscheidend sind
Bei Sonnenaufgang verändert sich die Lichtsituation besonders schnell. Am Reynisfjara kommt hinzu, dass die markanten Reynisdrangar-Felsen die tief stehende Sonne zeitweise verdecken. Dadurch entsteht für kurze Zeit eine starke Silhouettenwirkung, ohne dass die Sonne selbst als extrem heller Punkt das Bild dominiert.
Genau dieses Zeitfenster nutzt Hartmuts Aufnahme. Die Felsnadeln bleiben fast vollständig dunkel, ihre charakteristische Form ist aber klar erkennbar. Gleichzeitig sorgt das warme Licht hinter ihnen für eine deutliche Trennung vom Himmel.
Mit 49 mm Brennweite wird die Szene stärker verdichtet als bei einer klassischen Weitwinkelaufnahme. Die Reynisdrangar bekommen dadurch mehr Gewicht, während Strand und Brandung trotzdem Teil der Komposition bleiben.
Blende f/10, ISO 125 und 1/640 Sekunde schützen die hellen Bereiche des Himmels und halten gleichzeitig die Bewegung der Brandung weitgehend scharf. Entscheidend ist hier jedoch weniger eine einzelne Kameraeinstellung als die Vorbereitung: Standort und Bildausschnitt müssen bereits stehen, bevor die Sonne den entscheidenden Punkt erreicht.
Bei solchen Aufnahmen lohnt es sich deshalb, deutlich vor Sonnenaufgang vor Ort zu sein. Das eigentliche Wunschlicht kann nur wenige Minuten dauern.
Aufnahmedaten und Ausrüstung
Foto: Hartmut Barkawitz
Kamera: Canon EOS 70D
Objektiv: Tamron SP 24–70 mm F/2.8 Di VC USD G2
Aufnahmedaten: ISO 125 · 49 mm · f/10 · 1/640 Sek.
Ort: Reynisfjara, Süd-Island