Lieblingsfoto der Woche 19/26 – Hinter dem Seljalandsfoss, Südisland

Seljalandsfoss in Island von hinten fotografiert mit Wasserfall, Felsen, Moos und Blick auf die Landschaft der Südküste

Beim Seljalandsfoss entscheidet schon ein kleiner Wechsel des Standpunkts darüber, wie unterschiedlich der Wasserfall im Bild wirkt. Monika Breitsching fotografierte nicht die klassische Gesamtansicht, sondern stellte sich seitlich zum Wasserfall und richtete die Kamera direkt in den fallenden Wasservorhang.

Dadurch wird das Wasser selbst zum dominierenden Gestaltungselement. Einzelne Wasserbahnen, Gischt und die dahinter sichtbare Landschaft überlagern sich und erzeugen mehrere transparente Ebenen. Der Wasserfall erscheint nicht mehr als kompakte Form, sondern als bewegte Struktur.

Die Menschen im Bild geben zusätzlich einen Größenmaßstab und machen sichtbar, wie mächtig der Seljalandsfoss tatsächlich ist. Gleichzeitig bleiben sie klein genug, um nicht mit dem Wasservorhang um Aufmerksamkeit zu konkurrieren.

Die Aufnahme entstand im Oktober 2025 während unserer Fotoreise durch den Süden Islands. Sie zeigt sehr schön, dass bekannte Motive nicht zwangsläufig eine ungewöhnliche Location brauchen – manchmal reicht es, den eigenen Standort um wenige Meter zu verändern und genauer hinzusehen.

Seljalandsfoss fotografieren: Warum die seitliche Perspektive funktioniert

Von der Seite verändert sich die Wahrnehmung eines Wasserfalls grundlegend. Statt nur seine Höhe und Form abzubilden, werden einzelne Wasserbahnen, Gischt und Bewegung sichtbar. Der Wasservorhang bekommt dadurch Struktur und Tiefe.

In Monikas Aufnahme entsteht zusätzlich eine Staffelung verschiedener Ebenen. Das Wasser liegt unmittelbar vor der Kamera, dahinter werden Menschen und Landschaft sichtbar. Weil der Wasservorhang teilweise transparent ist, verbindet er Vorder- und Hintergrund miteinander, ohne sie vollständig zu verdecken.

Gerade bei solchen Motiven lohnt es sich, die Position der Kamera mehrfach zu verändern. Schon wenige Schritte können darüber entscheiden, ob Wasserbahnen zusammenfallen, sich voneinander trennen oder einen interessanten Blick auf die Umgebung freigeben.

Technisch ist vor allem die Belichtungszeit entscheidend: Eine kurze Zeit friert einzelne Tropfen stärker ein, während eine längere Belichtung das Wasser weicher und geschlossener erscheinen lässt. Welche Variante besser funktioniert, hängt von der gewünschten Bildwirkung ab.

Beim Fotografieren so nah am Seljalandsfoss gehört außerdem ein praktisches Detail dazu: Gischt auf der Frontlinse. Ein Mikrofasertuch sollte griffbereit sein, denn wenige Tropfen können Kontrast und Schärfe deutlich beeinträchtigen.

Aufnahmedaten und Ausrüstung

Foto: Monika Breitsching
Kamera: Canon EOS R6 Mark II
Objektiv: Canon RF24-70mm F2.8 L IS USM
Einstellungen: ISO 800, 24 mm, f/22, 250 Sek.

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