Eisberge in Grönland: Diskobucht, Ilulissat & Ostgrönland

Detailaufnahme eines Eisbergs mit feinen Strukturen und bläulichen Eisschichten in der Diskobucht bei Ilulissat, Westgrönland.

Eisberge sind das ikonische Motiv Grönlands – besonders in der Diskobucht rund um Ilulissat. Doch wo entstehen sie, warum bleiben manche Eisberge scheinbar stehen, wie weit treiben sie und weshalb leuchten einige Eisberge intensiv blau? Hier findest du kompakte, leicht verständliche Antworten zur Entstehung, Drift und Fotowirkung von Eisbergen – inklusive Besonderheiten in Ostgrönland (Scoresbysund und Tasiilaq), wo Packeis und Wetterdynamik die Szenerie oft noch dramatischer machen.

Rote Felswände und Eisberge im Abendlicht des Rødefjord in Grönland

Wo Eisberge entstehen

Kurz-Tipp: Grönland belohnt einfache, robuste Setups. Plane lieber wenige, verlässliche Komponenten (Weitwinkel + Tele, Polfilter, Spritzwasserschutz, Backup-Routine), statt ständig umzubauen. So bist du schneller bereit, wenn Licht und Motive plötzlich „aufgehen“.

Die großen Eisberge in der Diskobucht stammen überwiegend aus dem Ilulissat-Eisfjord. Dort kalbt der Gletscher Sermeq Kujalleq (Jakobshavn Isbræ) enorme Eismassen ins Meer. Deshalb ist die Region rund um Ilulissat dauerhaft eisbergreich und fotografisch besonders spektakulär.

Eisberge bestehen aus Gletschereis, das vom Inlandeis/Gletschern kalbt. Packeis/Meereis entsteht dagegen durch gefrierendes Meerwasser. Für Fotografie und Reiseerlebnis ist das wichtig: Eisberge sind massive „Skulpturen“, Packeis verändert Flächen, Wege und die gesamte Stimmung der Landschaft.

Weil der Ilulissat-Eisfjord ständig mit neuem Eis „gefüttert“ wird: große Kalbungen liefern regelmäßig Nachschub. Gleichzeitig führen lokale Bedingungen dazu, dass Eisberge sich in der Region sammeln und nicht sofort „durchrauschen“.

„Stehen“, Drift und Schmelze

Viele große Eisberge bleiben zeitweise an einer flacheren Zone nahe der Fjordmündung hängen (oft als „Iceberg Bank“ beschrieben). Dort wirken sie fast unbeweglich, bis sie durch Schmelze kleiner werden oder durch Druck/Bewegung in tieferes Wasser gelangen. Das kann je nach Bedingungen Tage bis deutlich länger dauern.

Vom Kalben an der Gletscherfront bis zur Mündung des Eisfjords driften Eisberge langsam. Als grobe Größenordnung gilt: Monate bis etwa ein Jahr, abhängig von Eisbedingungen, Wetter, Strömung und Schub durch nachdrängendes Eis.

Eisberge driften mit Strömungen und Wind oft weit in den Nordatlantik, bevor sie vollständig schmelzen. Wie weit sie kommen, hängt vor allem von Größe, Wassertemperaturen und Strömungsverlauf ab: Große Eisberge halten deutlich länger durch, kleine verschwinden schneller.

Die wichtigsten Faktoren sind Wind, Strömungen, Wassertemperaturen und die Form/Größe des Eisbergs. Auch Packeis kann Eisberge „bremsen“ oder bündeln. Deshalb sieht die Eislandschaft je nach Jahr und Region oft unterschiedlich aus.

Ostgrönland (Scoresbysund & Tasiilaq): Eiswelten mit Packeis-Einfluss

Verlasse dich nicht auf Cloud-Uploads. Ideal ist: (wenn möglich) zwei Speicherkarten parallel, plus tägliches Backup auf SSD. Prüfe stichprobenartig Dateien, halte Karten strukturiert und mache Backups zu einer festen Abendroutine – so minimierst du das größte Risiko auf Reisen: Datenverlust.

Packeis kann die Szenerie dramatisch verdichten: statt „einzelner Skulpturen“ entsteht eine komplexe Eisstruktur aus Platten, Kanten und Rinnen. Fotografisch bedeutet das: mehr Textur, mehr Linienführung – aber auch mehr Abhängigkeit von Wetterfenstern und lokalen Bedingungen.

Warum Eisberge blau sind

Dichtes Gletschereis filtert Licht anders als lockerer Schnee: rote/gelbe Anteile werden stärker geschluckt, während blaues Licht eher durchdringt bzw. zurückgestreut wird. Besonders sichtbar ist das in frischen Bruchkanten, Rissen oder sehr kompakten Eispartien – oft ein echtes Highlight für Fotografie.

Grönland und die Titanic

Es gilt als plausibel, dass der Titanic-Eisberg aus grönländischem Gletschereis stammte und über Strömungen in den Nordatlantik driftete. Eine eindeutige Identifizierung „dieses einen“ Eisbergs ist jedoch nicht möglich – es bleibt eine plausible Rekonstruktion, keine beweisbare Zuordnung.

Sprache & Eisbegriffe

Es gibt keine feste Zahl. Inuit-Sprachen haben eine sehr reiche Terminologie, besonders für Zustände und Arten von Eis, aber populäre „100 Wörter“-Behauptungen sind oft zu simpel. In der Praxis stimmt: Eis kann sprachlich sehr präzise beschrieben werden – nur die „exakte Zahl“ hängt von Dialekt und Zählweise ab.

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