Papageitaucher in Island fotografieren – Lieblingsfoto der Woche 32/2026

Eigentlich hätte an diesem Morgen das zweite Whale Watching unserer Fotoreise Island Birds & Whales stattfinden sollen. Doch starker Wind machte eine Ausfahrt unmöglich, und die Tour musste kurzfristig abgesagt werden.
Für uns bedeutete das jedoch keineswegs, dass der Vormittag fotografisch verloren war. Statt aufs offene Meer hinauszufahren, blieben wir am Hafen – und fanden dort unsere ganz eigene „reiche Beute“. Sterntaucher, Papageitaucher und zahlreiche weitere Seevögel schwammen, tauchten und flogen direkt vor „die Linsen“.
Dieses Lieblingsfoto von Jannette Büscher entstand genau in dieser Situation. Der Papageitaucher trägt mehrere kleine Fische im Schnabel und schwimmt frontal auf die Fotografin zu. Der direkte Blick, die tiefe Perspektive und die kräftigen Farben des Schnabels machen die Aufnahme zu einem besonders ausdrucksstarken Tierporträt.
Auch die Wasseroberfläche trägt wesentlich zur Wirkung des Bildes bei. Die feinen Wellen und warmen Reflexionen geben der Szene Struktur und Lebendigkeit, ohne vom Hauptmotiv abzulenken. Gleichzeitig erzählen die Fische im Schnabel von der Brutzeit und davon, dass der Papageitaucher auf dem Weg zu seinem Nachwuchs ist.
Der Morgen zeigte einmal mehr, wie wichtig Flexibilität bei einer Fotoreise ist. Nicht immer lässt sich das geplante Programm umsetzen – doch oft entstehen gerade dann unerwartete Möglichkeiten. Aus der abgesagten Bootstour wurde ein intensiver Morgen voller spannender Vogelbeobachtungen und zahlreicher Fotomotive direkt am Hafen.
Papageitaucher in Island fotografieren: Warum diese Aufnahme funktioniert
Für Papageitaucher in Bewegung ist eine kurze Verschlusszeit entscheidend. Jannette fotografierte mit 1/1250 Sekunde und 200 mm Brennweite. Damit blieb der schwimmende Vogel trotz Bewegung scharf.
Besonders stark wirkt die tiefe Perspektive auf Augenhöhe. Der Papageitaucher schwimmt frontal auf die Kamera zu und hebt sich deutlich von der strukturierten Wasseroberfläche ab.
Die offene Blende von f/3,2 trennt das Tier vom Hintergrund, während ISO 500 genügend Spielraum für die kurze Belichtungszeit lässt. Entscheidend ist aber der Moment: Die Fische im Schnabel machen aus einem guten Vogelporträt eine Aufnahme, die zusätzlich eine Geschichte erzählt.
Jannette Büscher ist ein Bild gelungen, das diesen besonderen Morgen perfekt zusammenfasst: reiche Beute – für den Papageitaucher und für die Fotografin.
Aufnahmedaten und Ausrüstung
Foto: Jannette Büscher
Kamera: OM System OM-1 Mark II
Objektiv: OM System 50–200 mm F2.8
Aufnahmedaten: ISO 500, 200 mm, f/3,2, 1/1250 Sek.