Grönland reisen: Planung, Anreise, Wetter, Packliste

Midnight Sailing Tour, Fotoreise West Grönland, Diskobucht

Grönland zu bereisen ist einzigartig – und funktioniert am besten mit realistischer Planung: Anreisewege, Wetterfenster, Packliste, Versorgung vor Ort und die Frage, was in kleineren Orten wirklich verfügbar ist. Hier findest du praxisnahe Antworten für die Regionen Diskobucht (Ilulissat u.a.) sowie Ostgrönland (Scoresbysund, Tasiilaq): von Einreise und Gepäck über Essen und Einkaufsmöglichkeiten bis zu medizinischer Versorgung, Internet und Seekrankheit.

Einheimischer in Ilulissat blickt auf den Ilulissat Eisfjord und die Diskobucht während einer Fotoreise nach Grönland

Anreise & Transport in Grönland

Die Anreise nach Grönland erfolgt meist per Flug über Kopenhagen oder über Island – je nach Zielort (z. B. Nuuk, Ilulissat). Typisch ist: DACH → Kopenhagen/Reykjavík → Grönland. Plane Umsteigezeiten großzügig und halte Wetterpuffer ein, weil sich Verbindungen in der Arktis wetterbedingt verschieben können.

Für Grönland ist in der Praxis ein gültiger Reisepass die sichere Wahl. Für eine reibungslose Reise solltest du außerdem Buchungsunterlagen, Versicherungsnachweise und Notfallkontakte digital und offline verfügbar halten.

Ja, es gibt Straßen innerhalb einzelner Orte und teilweise auch Mietfahrzeuge. Grönland hat aber kein zusammenhängendes Straßennetz zwischen Städten und Regionen. Reisen zwischen Orten erfolgt typischerweise per Inlandsflug, Boot/Küstenschiff oder – je nach Region – per Helikopter.

Die Flugzeuge sind klein, speziell in Ilulissat und Ostgrönland gibt es keine großen Flugplätze für die Landung/Start von großen Maschinen.
Noch kleiner sind sie auf Zubringer- und Inlandsflügen, daher können Gepäckregeln strenger sein als bei Langstrecken. Plane Gewicht und Handgepäck sinnvoll: Wertsachen, Kamera, Akkus und Medikamente gehören ins Handgepäck. Reduziere unnötiges Gewicht und rechne damit, dass „viel mitnehmen“ in Grönland selten die beste Strategie ist.

Ins Handgepäck gehören Kamera(s), Objektive, Speicherkarten, Akkus/Powerbank (nach Airline-Regeln), Ladegeräte, Adapter, Medikamente und Dokumente. Zusätzlich sinnvoll: eine warme Schicht, falls Umstiege kalt oder lang werden.

Unsere Reisen sind fotografisch konzipiert: mit Fokus auf Licht, Motive und die richtigen Zeitfenster – statt engem Bordprogramm. Wir sind in kleinen Gruppen unterwegs und planen so, dass du wirklich fotografieren kannst, statt nur „kurz auszusteigen“. Außerdem bewegen wir uns bewusst auch in Orten, die keinen Kreuzfahrthafen haben – z. B. Qeqertarsuaq und Qasigiannguit, wo große Schiffe nicht „parken“ können.

Wetter, Reisezeit & Tageslicht

Für Eisberge, Bootstouren und lange helle Tage wird häufig der Sommer bevorzugt. Für Polarlichter braucht es dunkle Nächte, also eher Herbst/Frühjahr.
Beachte: im Winter herrscht ca. 90 Tage völlige Dunkelheit. Region und Wetterfenster entscheiden am Ende stärker als ein „fixer Kalender“.

Grönland liegt oberhalb von Polarkreis. Das Wetter ist wechselhaft: Wind, Nebel und schnelle Umschwünge sind normal, selbst im Juni kann es noch schneien.
Plane nach dem Zwiebelprinzip und denke an Windreserve. Für Touren gilt: Flexibilität ist Teil der Reise – gute Planung bedeutet, dass auch Plan B-Motive funktionieren.

Bewährt hat sich: Base Layer (Merino/Synthetik), Isolationsschicht (Fleece/Daune/Primaloft) und eine wind-/wasserdichte Shell. Dazu Mütze, Buff und zwei Handschuh-Sets (dünn + warm). So bist du für „mehrere Jahreszeiten am Tag“ gerüstet.

Ja, im Sommer können Mücken und kleine Stechfliegen auftreten – je nach Region, Wind und Feuchtgebieten. Wind reduziert sie oft deutlich. Für längere Stops helfen Mückenspray, ggf. Kopfnetz und lange, leichte Kleidung.

Packliste & Reisegepäck

Unverzichtbar sind wind-/wasserdichte Außenkleidung, warme Isolationsschicht, Base Layer, robuste Schuhe, warme Socken, Mütze/Buff/Handschuhe, Sonnenbrille und Sonnencreme. Dazu: Thermosflasche, Reiseapotheke, Blasenpflaster und ein Drybag für Bootstouren.
Wichtig für die Praxis: Achte auf die Gewichtsgrenzen für Koffer und Handgepäck (auf Zubringer- und Inlandsflügen können sie strenger sein). Wir sind unterwegs – bitte keine sperrigen „Schrankkoffer“. Eine Reisetasche (ggf. mit Rollen) ist meist deutlich besser zu handhaben und passt flexibler in Fahrzeuge und Gepäckräume.

Nein. Wichtig sind Wind- und Spritzwasserschutz: wasserdichte Außenlage, Drybag oder wasserdichter Rucksack, Regenhülle für Kamera, Mikrofasertuch. Du brauchst keine „Expeditionsausrüstung“, aber du solltest für nass-kalt und windig vorbereitet sein.

Essen, Einkauf & Versorgung vor Ort

Wir essen in ausgesuchten Restaurants vor Ort, die Qualität und Verlässlichkeit bieten. Du bekommst eine sehr gute internationale Küche mit lokalen Einflüssen und landestypischen Spezialitäten, sowie meist gute Weine. In Ilulissat ist ein Highlight ein Abend mit grönländischem Buffet, ideal, um mehrere regionale Gerichte entspannt zu probieren.

Grönlands Küche ist stark von Meer und Arktis geprägt: viel Fisch und Meeresprodukte sowie regionales Wildbret. In Orten wie Nuuk und Ilulissat gibt es zudem moderne Gastronomie mit internationalen Einflüssen – typisch ist eine Mischung aus lokaler Verfügbarkeit und importierten Waren.

Ja, besonders in größeren Orten gibt es Einkaufsmöglichkeiten. In kleineren Orten ist die Auswahl deutlich begrenzter und variiert stärker. Wenn du spezielle Dinge brauchst (Spezialkost, bestimmte Marken), nimm sie besser von zu Hause mit.

Im Supermarkt gibt es im Kern alles, was das Schiff bringt: Lebensmittel und Getränke, aber häufig auch Kleidung, Drogerieartikel, Haushaltsgeräte – und als Kuriosität teils auch Jagdbedarf/Waffen, weil viele Grönländer Jäger sind. Alles ist in kleinen Mengen verfügbar: Je kleiner der Ort, desto magerer und wechselhafter die Auswahl.

Gesundheit, Sicherheit, Geld, WLAN & Mobilfunk

In größeren Orten gibt es medizinische Anlaufstellen und Möglichkeiten, Medikamente zu bekommen – aber nicht in der Dichte wie in DACH, und Spezialmedikamente sind nicht immer sofort verfügbar. Nimm Dauermedikation ausreichend mit und packe eine kleine Reiseapotheke.

Grönland gilt insgesamt als sehr sicher. Die relevanten Risiken sind Wetter, Kälte und Distanz. Gute Vorbereitung (Kleidung, Briefings, Zeitpuffer) ist der wichtigste Sicherheitsfaktor.

Die Diskobucht ist normalerweise eine „Badewanne“ und auch in den Fjorden ist man vor großen Wellen geschützt.
Aber: es kann vorkommen. Bewährt haben sich: rechtzeitig leicht essen, Blick zum Horizont, stabiler Sitzplatz, ggf. Medikamente/Ingwer. Tipp: vor der Reise ein Gespräch mit dem Hausarzt führen und ggf. (prophylaktisch) Medikamente mitnehmen.

In unseren Hotels gibt es WLAN und Mobilfunk, aber Bandbreite kann schwanken. In Orten gibt es häufig WLAN und Mobilfunk, aber Bandbreite und Stabilität können schwanken. In abgelegenen Regionen ist Internet oft deutlich eingeschränkter.

Wichtig: Grönland gehört nicht zur EU-Roaming-Regelung – je nach Anbieter können hohe Roaming-Gebühren für Daten, Telefonie und SMS anfallen.
Was du tun solltest: Datenroaming vorab prüfen, ggf. im Handy Roaming deaktivieren und Updates/Cloud-Sync nur im WLAN erlauben. Plane wichtige Dokumente offline und verlasse dich nicht darauf, große Datenmengen unterwegs hochzuladen. Wenn du unterwegs erreichbar sein musst, lohnt sich je nach Bedarf eine lokale SIM/eSIM oder ein klarer „WLAN-only“-Plan.

In Grönland zahlt man in Dänischen Kronen.
In vielen Hotels, Restaurants und größeren Geschäften ist Kartenzahlung üblich. In den Supermärkten stehen häufig Geldautomaten (ATM).
Ein kleines Bargeldpolster ist dennoch sinnvoll – vor allem in kleineren Orten oder wenn Terminals/Verbindungen ausfallen.

In vielen Unterkünften hat das Leitungswasser eine sehr gute Qualität. Trotzdem gilt: lokal nachfragen, weil Bedingungen regional variieren können. Für unterwegs lohnt sich eine eigene Trinkflasche/Thermosflasche.

Grönland ist hochpreisig wegen Logistik, Transport und begrenzter Infrastruktur. Bedenke: Alles muss importiert werden.
Das Budget hängt stark von Route, Dauer und Saison ab.

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