Grönland, Dänemark, Island, Mr. Trump und wir. Wer will was?
Text und KI-generierte Fotos: Radmila Dier
In diesem Artikel geht es um die komplexe Beziehung zwischen Grönland und den USA, besonders im Kontext von Donald Trumps Bestrebungen, Grönland zu kaufen. Vor wenigen Tagen bekräftigte Trump erneut seine Kaufabsicht, was die Diskussion über die geopolitische Bedeutung der Insel und ihre Unabhängigkeitsbestrebungen weiter anheizt. Die historischen Bindungen Grönlands zu Island und Dänemark, die politischen Interessen hinter den äußeren Einflussnahmen und die verschiedenen Sichtweisen werden in diesem Artikel beleuchtet.

Der Traum von Unabhängigkeit – und die wirtschaftliche Realität
Seit Grönland 1979 ein Autonomiestatut innerhalb des dänischen Königreichs erhielt, hat die Insel weitgehende eigene Entscheidungsbefugnisse in Bereichen wie Bildung und Gesundheit. Doch die Außenpolitik und die Verteidigung bleiben unter dänischer Kontrolle – eine Situation, die immer wieder zu politischen Diskussionen führt. Besonders in den letzten Jahren, unter der Führung von Regierungschef Múte B. Egede, wird das Thema Unabhängigkeit zunehmend aufgegriffen und der Gedanke einer vollständigen Unabhängigkeit wird immer konkreter.
Ein entscheidender Punkt: Grönland ist wirtschaftlich stark von Dänemark abhängig, insbesondere durch die Subventionen aus Kopenhagen, die es der Insel ermöglichen, ein hohes Maß an Wohlstand zu erhalten. Obwohl Grönland reich an natürlichen Ressourcen – von Mineralien bis hin zu seltenen Erden und Öl, Gas, Gold, Diamanten, Uran, Zink und Blei – ist, fehlt jedoch die nötige Infrastruktur und ein diversifiziertes Wirtschaftssystem, um die Unabhängigkeit allein zu finanzieren.

https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ausland/groenland-kauf-anspruch-donald-trump-100.html
Die Arktis: riesige Ressourcen nicht nur für Grönland.
Hinzu kommt, dass die Arktis, gemäß dem Seerechtsübereinkommen von 1982, unter fünf Ländern aufgeteilt wird: Russland, Kanada, Dänemark, Norwegen und die Vereinigten Staaten. Dänemark ist hierbei durch das autonome Gebiet Grönland vertreten. Der dänische Sektor umfasst 372.000 Quadratkilometer und ist damit fast dreimal so groß wie der US-amerikanische Sektor, der durch Alaska vertreten wird. Wirtschaftlich bedeutend ist, dass der grönlandische Sektor ähnliche Energiereserven aufweist wie der russische und der US-Sektor zusammen, mit geschätzten 65 Milliarden Tonnen an nachgewiesenen Ressourcen.
Die Frage bleibt also: Wird Grönland eines Tages vollständig unabhängig werden können? Es ist ein schwieriger Balanceakt zwischen nationaler Identität, wirtschaftlichen Notwendigkeiten und geopolitischen Überlegungen.

Karte der Arktis mit anerkannten und unklaren Grenzen sowie russischen Gebietsansprüchen (Stand: 2010). Quelle Wikipedia
Island und die „Mutter Grönlands“: Historische Bindungen und moderne Ambitionen
Island hat eine ganz besondere Beziehung zu Grönland. Der Gedanke, dass Island als „Mutter“ Grönlands gesehen wird, ist tief in der isländischen Identität verwurzelt. Dies geht auf die Besiedlung Grönlands im 10. Jahrhundert zurück, als norwegische und isländische Siedler unter der Führung von Erik dem Roten in Grönland eine der ersten Kolonien gründeten. Der Name Grönland (=Grünes Land) war dabei vermutlich ein „Marketing-Gag“ um die Siedler anzulocken. Die Siedler sprachen Isländisch und brachten die Kultur und Gesetze Islands mit sich. Diese historischen Verbindungen prägten das Bild Grönlands als „Erweiterung“ Islands.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als Island selbst mit dem Gedanken spielte, seine Unabhängigkeit von Dänemark zu erlangen, wurde die Idee eines isländischen Anspruchs auf Grönland immer wieder aufgegriffen. Einar Benediktson, ein prominenter Dichter und Unternehmer, formulierte 1914 den „Anspruch Islands auf Grönland“ und argumentierte, dass Island als die ursprüngliche „Mutter“ des Landes das Recht habe, Einfluss auszuüben (https://icelandmonitor.mbl.is/news/news/2025/01/11/wanted_iceland_s_control_over_greenland/).
Heute verfolgt Island keine territorialen Ansprüche mehr, unterstützt jedoch nachdrücklich die Selbstbestimmung Grönlands.

Erik der Rote hat Grönland besiedelt. Sein Sohn Leif Eriksson, hat bereits um 1000 Amerika entdeckt.
Die USA und Grönland – Geopolitische Interessen im Nordatlantik
Die USA haben ebenfalls ein starkes strategisches Interesse an Grönland, jedoch aus ganz anderen Gründen. Grönland liegt in einer geopolitisch wichtigen Region, die für militärische und wirtschaftliche Interessen der USA von Bedeutung ist. Die US-Militärbasis auf Grönland Thule Air Base (https://de.wikipedia.org/wiki/Pituffik_Space_Base) ist ein zentraler Bestandteil der US-Raketenabwehr und spielt eine Schlüsselrolle in der Überwachung des Arktischen Raums. Ein weiterer Grund für das US-amerikanische Interesse an Grönland sind die dort vorhandenen Rohstoffe, insbesondere seltene Erden und Mineralien, die für moderne Technologien essenziell sind.
Schon 2019 sorgte US-Präsident Donald Trump weltweit für Aufsehen, als er versuchte, Grönland von Dänemark zu kaufen – ein Angebot, das jedoch sowohl von Dänemark als auch von Grönland damals entschieden abgelehnt wurde. Das Angebot ist mit der erneuten Präsidentschaft Trumps wieder auf dem Tisch, insbesondere im Kontext der zunehmenden geopolitischen Spannungen in der Arktis, was die strategische Bedeutung Grönlands noch erhöht. (https://www.dw.com/de/donald-trump-poker-groenland-v2/a-71308366)
Vergleich der Perspektiven: Dänemark, Island und die USA
Die unterschiedlichen Perspektiven auf Grönland verdeutlichen die komplexen geopolitischen, historischen und wirtschaftlichen Interessen, die auf der Insel zusammenkommen:
- Dänemark betrachtet Grönland als integralen Bestandteil des Königreichs, obwohl Grönland weitgehende Autonomie besitzt. Dänemark hat bereits erheblich in die Infrastruktur Grönlands investiert, sieht sich als Hüter der Souveränität, möchte jedoch auch die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen stabil halten. https://www.fr.de/politik/trumps-wunsch-groenland-zu-kaufen-loest-sorgen-in-daenemark-aus-zr-93522699.html
- Island fühlt sich aufgrund der historischen Verbindungen zu Grönland als „Mutter“ der Insel. Während Island keine territorialen Ansprüche mehr erhebt, unterstützt es die Selbstbestimmung Grönlands und seine mögliche Unabhängigkeit, ohne aktiv Einfluss auszuübt. https://icelandmonitor.mbl.is/news/news/2025/01/11/wanted_iceland_s_control_over_greenland/
- Die USA haben ein starkes strategisches Interesse an Grönland, insbesondere im Hinblick auf militärische Präsenz und Ressourcen. https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/trump-groenland-kauf-100.html



Update vom 10. Januar 2026
Grönland im geopolitischen Fokus
Als ich im Januar 2025 über Donald Trumps erneute Aussagen zu Grönland berichtete, wurde das Thema vielerorts noch als politische Provokation oder mediale Randnotiz wahrgenommen. Ein Jahr später zeigt sich deutlich: Die Diskussion um Grönland ist längst Teil einer größeren geopolitischen und wirtschaftlichen Strategie geworden.
Grönland rückt international immer stärker in den Fokus – nicht nur wegen seiner strategischen Lage zwischen Europa und Nordamerika, sondern auch wegen neuer arktischer Schifffahrtsrouten, großer Rohstoffvorkommen und seiner sicherheitspolitischen Bedeutung. Die Interessen der USA, Chinas und Europas treffen hier aufeinander.
Unabhängig von der Person Donald Trump ist Grönland heute ein geopolitischer Schlüsselraum. Die autonome Regierung in Nuuk verfolgt ihren eigenen politischen Kurs, während Dänemark seine sicherheits- und außenpolitische Verantwortung weiter wahrnimmt. Parallel dazu gewinnt die Diskussion um eine mögliche vollständige Unabhängigkeit zunehmend an politischer Relevanz.
Was vor einem Jahr noch wie eine politische Kuriosität wirkte, ist heute Realität: Grönland ist kein Randgebiet mehr – sondern Teil der globalen Macht- und Ressourcen-Frage.
Grönland – mehr denn je eine Reise wert.
Für uns bleibt Grönland nicht nur ein Traumziel für Reisen und Fotografie, sondern auch ein faszinierendes geopolitisches Puzzle – mit einem Erbe, das noch lange nicht vollständig aufgelöst ist. Die Zukunft Grönlands ist ungewiss: die geopolitischen Interessen und Diskussionen um Grönland werden vermutlich zunehmen.
Deshalb ist jetzt der perfekte Zeitpunkt, Grönlands unberührte Schönheit zu entdecken. Die nächste Reise findet schon im September statt. Hier informieren und anmelden!
Diese Fotoreise war mein Highlight des Jahres 2025.
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