Island Gletscher und Vulkane:
Eis, Lava, Lagunen & Sicherheit.

Vulkanausbruch in Island 2021, Foto Radmila Dier
Dieser Vulkanausbruch in März 2021 markiert den Beginn einer langen Reihe weiterer Ausbrüche auf Island.

Vulkanausbruch in Island 2021, Foto Radmila Dier

Island ist eines der wenigen Länder, in denen Feuer und Eis so eng zusammenliegen: aktive Vulkan- und Geothermalregionen, Lavafelder und Krater – und gleichzeitig mächtige Gletscher, Lagunen und kalbende Fronten. Genau diese Gegensätze machen Island fotografisch so stark. Gleichzeitig gilt: Sicherheit und Respekt vor Sperrungen sind hier wichtiger als irgendwo sonst.

Tipp: Flexibilität ist das A und O. Wetter, Wind, Sicht und Sperrungen können sich schnell ändern – wer Puffer hat, erlebt die besten Motive entspannter und sicherer.

Gletscherzunge in Island mit Wanderer vor dunklen Ablagerungen aus Vulkanasche und Gesteinsmehl Foto: Radmila Dier
Gletscherzunge in Island fotografieren

Eine Gletscherzunge in Island mit dunklen Partikeln aus Vulkanasche, Lava und Gesteinsmehl – der Mensch im Bild macht die gewaltigen Dimensionen sichtbar. Foto: Radmila Dier

Vulkan- und Gletscherwelt in Island auf einen Blick

Island liegt auf dem Mittelatlantischen Rücken – Vulkanismus ist Teil der DNA dieser Insel. Mit Europas größtem Gletscher Vatnajökull sowie weiteren Gletschern prägt Eis große Regionen. Das Ergebnis: Landschaften, die ständig „arbeiten“ – Dampf, Schwefel, Lava, Schmelzwasser, Eisabbrüche. Für Reisende heißt das: nicht nur staunen, sondern Regeln kennen.

Hier haben wir die häufigsten Fragen & Antworten zusammen gestellt – weitere Details findest du in den Themenbereichen Island reisen und Island fotografieren.

Vulkanlandschaften & Geothermie (Grundlagen + Sicherheit)

Island ist geologisch aktiv: Magma, Risse und Geothermie formen die Oberfläche – gleichzeitig sorgt das Klima dafür, dass hier große Eismassen entstehen konnten. Genau diese Kombination macht Island zu einem Land, in dem Feuer und Eis so nah beieinander liegen.

Geothermie bedeutet, dass Hitze aus dem Erdinneren als warmes Wasser, Dampf und mineralhaltige Quellen an die Oberfläche tritt.

Island nutzt diese Energie primär wegen seiner einzigartigen Lage auf dem Mittelatlantischen Rücken und über einem vulkanischen Hotspot: So kann das Land enorme Erdwärme direkt erschließen – sie heizt knapp 90 % der Haushalte und liefert über 25 % des Stroms.

Gleichzeitig prägt Geothermie die Landschaft sichtbar: dampfende Felder, Schwefelfarben und Strukturen, die fotografisch unverwechselbar sind.

Nicht „Vulkane“ sind das Problem, sondern Regeln zu ignorieren. In Island wird sehr klar kommuniziert, wo du dich aufhalten darfst.
Halte dich konsequent an Sperrungen und Warnhinweise, bleib auf markierten Wegen und nimm Wind und Sicht ernst – Regen, Nebel, Wind und Wetter können Distanzen und Orientierung in Minuten verändern, teils giftige Dämpfe führen zu gesundheitlichen Schäden.

Die Chronologie zur letzten Ausbruchsreihe im Süden Islands findest du hier: https://handsoncamera.de/island-vulkanausbruch-chronologie-und-aktuelle-infos/

Mehr zu Warnhinweisen, Apps und Routinen: /island-reisen/

Nein, es ist extrem gefährlich und lebensgefährlich, auf aktive Lava zu steigen – auch, wenn die obere Kruste kalt und stabil scheint!
Das geschmolzenes Gestein mit Temperaturen von oft über 1000 °C. Auch wenn erkaltete Lava fest aussieht, ist sie oft nur eine dünne Kruste über flüssigem, zähflüssigem Gestein. Man kann leicht einbrechen. Bei der Abkühlung von Lava werden giftige Dämpfe freigesetzt, die zu Atemnot oder Vergiftungen führen können. Wenn Lava auf Wasser trifft, kann es zu heftigen Explosionen kommen.

Auch jahrhundertalte Lava kann scharfkantig, hohl oder instabil sein – zudem sind die dort entstehenden Moosflächen sind extrem empfindlich und erholen sich nur sehr langsam.

Off-trail schadet der Natur und ist verboten.

Daher: Wege nutzen, nichts abkürzen, Sperrungen respektieren.

 

Wind kann Dampf in Sekunden verschieben und die Sicht drastisch verändern.
Gleichzeitig sind Dämpfe oft giftig und können ernsthafte gesundheitliche Schäden verursachen.

Darum: sicheren Stand wählen, nicht „blind“ in Dampf laufen und bei schlechter Sicht bewusst Abstand halten.

Lavafelder Fagradalsfjall im Mai 2021 - Lava fließt langsam aber stetig.

In 2021 haben wir einen sog. Hawaiianischen Ausbruch gesehen, in 2024/5 dominierten explosive oder spaltenbasierte Ausbrüche

Gletscher, Eis & Lagunen (Grundlagen)

Der Vatnajökull ist die größte Eiskappe Islands – und gilt als Europas größte Eiskappe nach Volumen.

Seine Fläche lag 2023 bei rund 7.500 km² (etwa 7–8 % der Landesfläche Islands und fast so groß wie Kreta) – eine Dimension, die man sich am besten als „eine eigene Landschaft aus Eis“ vorstellen kann.

Auch in der Dicke ist Vatnajökull beeindruckend: Die maximale Dicke liegt bei ungefähr 950 m.

Der Gipfel Hvannadalshnúkur am südlichen Rand des Gletschers ist mit 2.110 Metern der höchste Punkt Islands, während das eigentliche Gletscherplateau (z. B. bei der Bárðarbunga) auf etwa 2.000 Metern liegt.

Von der Eiskappe fließen zahlreiche Auslassgletscher in verschiedene Richtungen ab – rund 30 werden häufig genannt.

Unter dem Eis liegen mehrere aktive Vulkansysteme. Das macht die Region zu einem der dynamischsten „Feuer-und-Eis“-Räume Europas.

Wenn Eisblöcke von einer Gletscherfront abbrechen, nennt man das Kalben.

Das ist spektakulär, aber auch unberechenbar – die abbrechenden Stücke sind oft riesig und können Flutwellen verursachen.

Sicherheitsabstand ist Pflicht.

Island ist ein dynamisches System: Wetter und Temperaturen wechseln oft innerhalb kurzer Zeit, und genau diese Wechsel wirken direkt auf das Eis. Schon wenige Grad Unterschied entscheiden, ob die Oberfläche weiter gefriert, antaut oder ob Schmelzwasser neue Rinnen, Muster und Kanäle formt.
Wind verstärkt den Effekt zusätzlich – er trocknet Flächen ab, treibt Niederschlag, transportiert feine Partikel und verändert, wie schnell bestimmte Bereiche auskühlen oder schmelzen.

Außerdem ist ein Gletscher stets „in Bewegung“. Das Eis fließt, Spannungen bauen sich auf, und es entstehen neue Risse oder Bruchkanten.
Nach Regen oder warmen Phasen kann Schmelzwasser plötzlich sichtbar werden, nach Kälte wirkt dieselbe Fläche wieder härter, klarer und grafischer. Und wenn vulkanische Asche oder dunkles Gesteinsmehl auf dem Eis liegt, beschleunigt das die Schmelze lokal, weil dunkle Partikel mehr Wärme aufnehmen.

Unterm Strich heißt das: Eis sieht selten zwei Tage hintereinander gleich aus.

Eine Gletscherlagune entsteht, wenn Schmelzwasser sich vor einer Gletscherzunge sammelt und ein See bildet. Das passiert oft dort, wo sich das Eis zurückzieht und sich in der Senke Wasser staut. In diese Lagunen treiben dann Eisstücke, die entweder von der Gletscherfront abbrechen oder aus dem Eis „herausgewaschen“ werden – die Lagune ist damit ein sichtbares Zeichen dafür, wie aktiv und beweglich ein Gletscher ist.

Lagunen sind permanent in Bewegung: Wind, Strömungen, Wasserstand und Temperatur verändern, wo Eis liegt, wie es kippt, dreht oder sich zusammenschiebt.

Nach warmen Tagen, Regen oder starkem Wind kann die Oberfläche innerhalb von Stunden völlig anders aussehen als am Vortag.

Genau deshalb lohnt es sich, Lagunen nicht „abzuhaken“, sondern Zeitfenster einzuplanen – die Szene arbeitet ständig weiter.

Auch wenn es ruhig wirkt: Lagunen sind kein „harmloser See“. Eis kann kippen, brechen oder sich bewegen, und an Ufern gibt es oft rutschige oder instabile Kanten.

Zusätzlich ist das Wasser extrem kalt – ein Sturz kann schnell gefährlich werden. Deshalb: Abstand halten, nicht auf Eis klettern, Warnhinweise respektieren und bei Windböen besonders vorsichtig sein.

Jökulsárlón Gletscher Lagune Island
Die Gletscherlagune Jökulsárlón wird niemals langweilig.

Jökulsárlón Gletscher Lagune Island, Fotoreise Oktober 2023

Gletscherhöhlen (Eishöhlen) – Erlebnis, Timing & Sicherheit

Gletscherhöhlen sind natürliche Hohlräume im Eis, die sich durch Schmelzwasser, Druck und Temperaturwechsel bilden. Weil das Eis „arbeitet“, können sich Höhlen jedes Jahr neu formen, verändern oder auch komplett verschwinden.
Genau das macht sie so faszinierend – und gleichzeitig so unberechenbar.

Das ist stark abhängig von Saison und Bedingungen. Stabilität, Temperatur, Niederschlag und aktuelle Gegebenheiten entscheiden, ob eine Höhle geöffnet werden kann. Deshalb gilt: Eine Gletscherhöhle ist nie „garantiert“, sondern immer ein Motiv, das nur dann stattfindet, wenn es sicher und verantwortbar ist.

Gletscherhöhlen sind kein statischer Ort. Eis kann sich bewegen, Wasser kann plötzlich ansteigen, und Decken/Strukturen können instabil werden – besonders bei Wärme, Regen oder schnellen Wetterwechseln.

Darum gilt: Nur mit erfahrenen Guides, Sperrungen respektieren, Sicherheitsanweisungen strikt befolgen – und niemals „auf eigene Faust“ ins Eis.

Auf unserer Herbstreise planen wir – sofern die Bedingungen es zulassen – eine exklusive Fotozeit in einer Gletscherhöhle.

Das bedeutet: kein hektisches „Durchschleusen“, sondern genug Ruhe, um die Stimmung im Eis bewusst wahrzunehmen und fotografisch umzusetzen.

Sicherheit hat dabei immer Vorrang: Wenn eine Höhle nicht sicher zugänglich ist, wird die Aktivität angepasst oder ersetzt.

Weite isländische Eishöhle mit türkisblauem Eis, Fels- und Eisformationen, eine Person steht im Vordergrund als Größenvergleich.
Island Eishöhle: Weite Kammer mit türkisblauem Eis

Wenn Eis zur Architektur wird: Formen, Farben und Tiefe in einer Gletscherhöhle.

Bestes Timing (Wetterfenster, Jahreszeit, Bedingungen)

Wichtig sind rutschfeste, wasserdichte Schuhe, warme Layer und Windschutz – auch wenn es „nur ein kurzer Stopp“ ist. Je nach Saison können Spikes/Grödel sinnvoll sein. Dazu: Handschuhe, Mütze und eine Jacke, die Nässe und Wind wirklich aushält.

Für Gletscherwanderungen und Fotografie in Eishöhlen ist ein Helm Pflicht, sie werden von den Guides gestellt.

Auf Wegen bleiben, Weisung des Guides und Sperrungen respektieren, Abstand zu Kanten halten und Wetterumschwünge ernst nehmen. In dynamischen Landschaften sind „Abkürzungen“ der häufigste Grund für riskante Situationen.

Winter Fotografie am vereisten Wasser: immer auf sicheren Wegen bleiben!

Am stärksten wirkt Eis bei weichem Licht oder Seitenlicht, weil dann Rillen, Kanten und Schmelzformen sichtbar bleiben.

Bewölkung ist oft ideal: weniger harte Kontraste, mehr Zeichnung. Bei harter Sonne entstehen schnell Spitzlichter und „flaches Weiß“ – dann braucht es mehr Sorgfalt bei Standort und Belichtung.

Weil sich Bedingungen schnell ändern: Wind kann Sicht und Dampf verschieben, Regen und Temperaturwechsel verändern Wasserstand und Eisstrukturen – und manchmal auch den Zugang. Wer Puffer hat, kann auf das beste Fenster warten, statt bei ungünstigen Bedingungen „durchzuziehen“.

Nicht „was will ich sehen?“, sondern: Was ist heute sicher und sinnvoll? Eis und vulkanisch/geothermisch geprägte Landschaften sind dynamisch.

Sperrungen, Warnhinweise und lokale Einschätzungen sind keine Empfehlung, sondern die Grundlage.

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Bei Sturm ändern sich die Verhältnisse oft in Minuten: Sicht kann kippen, Spray und Niederschlag machen Flächen rutschig und glatt, und sichere Abstände werden plötzlich größer, weil Böen auch große Fahrzeuge versetzen können.

In solchen Situationen gilt: nicht „durchziehen“, sondern umplanen – prüfe Warnhinweise konsequent und halte dich an Sperrungen.

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Im Winter sind die Lichtfenster kürzer, aber oft sehr stimmungsvoll.

Gleichzeitig steigt das Risiko durch Glätte, Schnee, Eis und schnelle Wetterumschwünge. Wege können sich unscheinbar anfühlen und trotzdem gefährlich sein.

Plane mehr Zeit, rechne mit Umwegen und/oder Straßensperrungen, priorisiere Sicherheit. Das Handy stets aufladen und mitführen.

Niemals alleine gehen!

Island allgemeine Infos

Das Wichtigste über
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Vogelwelt, Wale, Robben, Polarfüchse & Rentiere

Polarlichter über der Gletscherlagune Jökulsárlón in Island: Sterne am Himmel, grüne Aurora über Eisbergen, Fotografen mit Stativen am Ufer.
Polarlichter über Jökulsárlón – Nordlichtfotografie an der Gletscherlagune

Nordlichtjagd an Jökulsárlón: Aurora über Eisbergen – Island-Magie in einer Nacht.

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