Island Tierwelt und Wale:
Vogelwelt, Robben & Whale Watching

Island ist ein Paradies für Naturbeobachtung – vor allem für Vögel und, je nach Region und Saison, auch für Robben und Wale. Dazu kommen zwei Motive, die viele überraschen: Polarfüchse und Rentiere. Gleichzeitig gilt: Gute Wildlife-Erlebnisse entstehen durch Respekt, Abstand und Geduld. Auf dieser Seite findest du die wichtigsten Fragen & Antworten zur Tierwelt in Island – inklusive Verhalten, Sicherheit und realistischer Erwartungen.
Tipp: Für Tierbeobachtung in Island sind zwei Dinge entscheidend: Timing, Geduld und Distanz. Je ruhiger du bist und je weniger Druck du machst, desto besser werden die Begegnungen.

Tierwelt in Island auf einen Blick
Die Tierwelt Islands ist stark vom Meer und den Jahreszeiten geprägt. Besonders bekannt ist Island für Seevögel (in der Saison auch Papageitaucher/Puffins), außerdem sind Robben an vielen Küstenabschnitten möglich. In einigen Regionen – vor allem im Norden und in den Westfjorden – kann man mit etwas Glück auch Polarfüchse beobachten.
Rentiere leben frei vor allem in Ostisland und sind dort je nach Saison und Bedingungen ebenfalls ein realistisches Motiv.
Walbeobachtungen hängen stark von Region, Saison, Seegang und Sicht ab – Natur bleibt Natur, nicht Programm.
Hier haben wir die häufigsten Fragen & Antworten zusammen gestellt – weitere Grundlagen zu Sicherheit, Wetter und Planung findest du unter /island-reisen/.
Vogelwelt in Island (Seevögel, Puffins & Brutzeit)
Papageientaucher sind die „Stars“ der Insel – aber Island bietet insgesamt eine außergewöhnlich reiche Vogelwelt. Vor allem die großen Klippen sind im Sommer wie ein riesiger, lebendiger Vogel-Fels:
hier brüten tausende Vögel und man findet – je nach Gebiet – unter anderem Lummen, Eissturmvögel, Möwen, Alken sowie viele verschiedene Watvögel. Unsere Fotoreise „Birds & Whales“ konzentriert sich genau an diese Gebiete.
Auch entlang der Küsten sind spannende Arten möglich: Küstenseeschwalben (in der Brutzeit sehr wehrhaft!) und mit etwas Glück sogar Seeadler. Und Island kann nicht nur „Meer“: In Süßwassergebieten ist die Vielfalt riesig – der Mývatn-See ist berühmt für seine Vogelwelt und beherbergt allein 14 Entenarten, dazu Gänse und Singschwäne. Abseits der Gewässer sind außerdem Arten wie Gyrfalke, Goldregenpfeifer, Schnepfen und Schneehühner zuhause.
Und dann gibt es noch einen Vogel, an dem man in Island kaum vorbeikommt: den Raben. Er ist allgegenwärtig – und wird in Island nicht nur wegen seiner Intelligenz geschätzt, sondern auch wegen seiner Bedeutung in Folklore und alten Glaubensvorstellungen.
Vogelbeobachtung ist stark saisonabhängig. Besonders spannend ist die Zeit, in der Vögel brüten und Nahrung anfliegen – dann ist Aktivität hoch. Gleichzeitig ist das auch die sensibelste Phase: Abstand und Regeln sind hier besonders wichtig.
Papageientaucher nisten oft in Grasnarben oder direkt in Erdhöhlen an den Klippen – teilweise auch in den Klippenwänden. Genau deshalb sind Wege und Absperrungen so wichtig: Wer off-trail läuft oder zu nah an die Kante geht, kann nicht nur die Nester zerstören, sondern auch die Klippenkante zum Abbrechen bringen. Sicherheit und Schutz der Brutplätze gehen hier immer vor.
Wenn Puffins Stress zeigen oder sich zurückziehen, bist du zu nah. Die beste Strategie ist Tele statt Nähe – ruhig bleiben, warten, beobachten. An manchen Stellen ist es möglich, am Klippenrand (auf dem sicheren, erlaubten Weg!) erstaunlich nah an nistende Puffins heranzukommen. Sie wirken oft kaum scheu und fliegen meist erst weg, wenn man versucht, sie zu berühren. Deshalb gilt: nicht anfassen, nicht bedrängen.
Auf unserer Fotoreise „Birds & Whales“ beobachten und fotografieren wir nicht nur diese putzigen Vögel, sondern viele anderen Arten genau an diesen Plätzen aus nächster Nähe.
Beschilderung, Absperrungen und Wegeführung sind die klare Orientierung.
Zusätzlich hilft es das Verhalten zu beobachten: Wenn Tiere alarmiert wirken, schreien oder auffliegen, ist das ein Zeichen, dass mehr Abstand benötigt wird.
Schon mal Isländer mit Regenschirmen gesehen, obwohl es gar nicht regnet?
Das könnte Schutz vor Küstenseeschwalben (Arctic Terns) sein.
Sie brüten am Boden und verteidigen ihre Nester sehr konsequent – wenn du zu nah kommst, werden sie lautstark angreifen und im Sturzflug auf den Kopf zielen.
Das ist kein „Spaß“, sondern Schutzverhalten.
Deshalb: Warnschilder ernst nehmen, Abstand halten, zügig und ruhig passieren – und im Zweifel lieber einen kleinen Umweg gehen und/oder den Kopf schützen.

Fotograf in Arnarstapi. Morgens kann man nicht nur viele Vögel sondern mit ein bisschen Glück auch Robben fotografieren
Polarfüchse in Island (Begegnungen, Verhalten, Erwartungen)
Ja, der Polarfuchs ist Islands einziges heimisches Landsäugetier.
Während der letzten Eiszeit wanderten sie übers gefrorene Meer zur Insel und sind auf Island geblieben.
Sichtungen sind möglich, aber nie garantiert. Die Chancen steigen in Regionen, in denen Füchse vorkommen und weniger Störung herrscht – entscheidend sind Ruhe, Timing und ein bisschen Glück.
Das hängt stark von Jahreszeit, Licht und Nahrungsangebot ab. Oft sind Randzeiten (früher/später) besser als die Mittagsstunden. Wichtig ist: Nicht „jagen“, sondern beobachten und Geduld mitbringen.
Abstand halten und ruhig bleiben. Nicht nachsetzen, nicht einkreisen, nicht „für das Foto“ den Fluchtweg blockieren. Wenn der Fuchs sein Verhalten ändert (stehenbleiben, ausweichen, schneller werden), bist du zu nah oder zu präsent.
Zu viel Druck. Viele Begegnungen werden „kaputt gemacht“, weil man dem Tier zu schnell zu nah kommt. In Island gilt besonders: Je respektvoller du dich verhältst, desto länger kann man eine Begegnung geniessen.

Polarfüchse sind scheue Tiere, man braucht schon ein bisschen Glück um sie zu sehen.
Rentiere in Island (Ostisland, Saison, Verhalten)
Es handelt sich um eine wilde Population von schätzungsweise 3.000 bis 7.000 Tieren, die ursprünglich im 18. Jahrhundert aus Norwegen eingeführt wurden und sich seither vermehrt haben.
Rentiere leben im östlichen Hochland, nahe dem Vatnajökull-Nationalpark und in den Ostfjorden.
Im Sommer halten sich Rentiere meist im Hochland und Landesinneren auf, erst im Herbst und Winter kommen sie in tiefere Lagen.
Mit etwas Glück kann man die Herden besonders im Winter sogar in der Nähe der Ringstraße im Osten sehen.
Rentiere sind scheue Tiere und laufen weg, sobald sie sich gestört fühlen.
Beobachte das Verhalten und gehe nur so weit, dass sie entspannt bleiben. Wenn Tiere aufmerksam werden, stehen bleiben, ausweichen oder sich entfernen, bist du zu nah.
Faustregel: Tele statt Nähe.
Nicht nur Abstand zum Tier, sondern auch die Umgebung im Auge behalten: Straßenrand-Situationen, Wind, rutschige Flächen und schlechte Sicht. Sicherheit geht vor – keine riskanten Stopps, kein Stress für Tiere, kein „schnell noch“ im Verkehr.

Robben in Island (Küste, Verhalten, Sicherheit)
Robben nutzen Islands Küsten seit Jahrtausenden als Rückzugsorte: zum Ausruhen an Land, zur Fortpflanzung und zum Fellwechsel. Das kalte, nährstoffreiche Meer und die langen, oft unbewohnten Felsküsten boten ideale Bedingungen für große Kolonien – lange bevor der Mensch hier überhaupt ankam.
In Island werden am häufigsten Seehunde und Kegelrobben beobachtet; Sichtungen hängen aber stark von Ort, Tide, Tageszeit und Ruhe ab.
Als die ersten Siedler eintrafen, waren Robben mit ihrer damaligen Zahl und geringen Scheu eine überlebenswichtige Ressource – von Nahrung über Kleidung bis hin zu Öl. Im 20. Jahrhundert schrumpften die Bestände deutlich, weil Robben zunehmend auch für Mode und nicht nur aus Notwendigkeit gefangen wurden.
Heute gelten die Zahlen vielerorts wieder als relativ stabil – trotzdem bleibt: beobachten ja, bedrängen nein. Ruhe und Abstand sind der Schlüssel.
Auf unserer Fotoreise „Birds & Whales“ erleben und fotografieren wir – je nach Bedingungen – eine Robbenkolonie aus nächster Nähe (natürlich mit ausreichender Distanz und ohne die Tiere zu stressen).
So weit weg, dass die Tiere ruhig bleiben.
Wenn Robben aufmerksam werden, den Kopf heben, Richtung Wasser rutschen oder flüchten, bist du zu nah.
Bleib stehen oder gehe langsam ein paar Schritte nach hinten.
Tipp: langsam und behutsam bewegen und dabei unauffällig das Verhalten der Tiere beobachten. Abstand ist nicht „unfreundlich“, sondern respektvoll.
Strände sind in Island nicht harmlos: rutschige Steine, Windböen und Sneaker Waves sind echte Risiken. Beobachte Robben nie so, dass du dich selbst in eine gefährliche Position bringst – Abstand zum Wasser ist Pflicht.

Die Skjálfandi-Bucht ist die Heimat von rund 24 Walarten. Die vier häufigsten sind der Zwergwal, der Schweinswal, der Weißschnauzendelphin und der Buckelwal.
Wale in Island (Whale Watching, Arten, Erwartungen, Hintergründe)
In den fruchtbaren subarktischen Gewässern rund um Island – gespeist vom Golfstrom – leben über 20 Wal- und Delfinarten, darunter Buckelwale, Schwertwale, Finnwale, Schweinswale, Weißschnauzendelfine und Pottwale.
Welche Arten man tatsächlich sieht, hängt immer von Region, Saison, Seegang und natürlich Glück ab – Natur bleibt Natur, nicht Programm.
Tipp: Um die Chancen auf Sichtungen zu erhöhen, haben wir bei unserer Fotoreise „Birds und Whales“ gleich zwei Whale watching Touren an unterschiedlichen Orten im Programm.
Weil die Gewässer rund um die Insel extrem nährstoffreich sind. Besonders im Sommer ziehen viele Großwale hierher, um zu fressen.
Island zählt deshalb zu den weltweit starken Hotspots fürs Whale Watching – vorausgesetzt, Bedingungen und Timing passen.
Es kommt auf Art und Region an: Der Sommer gilt oft als beste „Allround“-Zeit, weil viele Walarten in den nährstoffreichen Gewässern unterwegs sind und die Bedingungen häufig stabiler sind. Es gibt aber auch klare Winter-Highlights – zum Beispiel lassen sich Schwertwale (Orcas) in Island in manchen Regionen im Winter, teils sogar besonders gut im Februar, beobachten.
Unabhängig von der Jahreszeit entscheiden am Ende Wetter, Seegang und Sicht darüber, ob eine Tour sinnvoll ist. Plane daher immer mit Alternativen, falls die See zu rau ist oder Touren wetterbedingt ausfallen.
Warm anziehen ist wichtig – in Island bekommst du bei den meisten Touren zusätzlich wind- und wasserdichte Overalls, die du vor Abfahrt unbedingt tragen solltest (das ist faktisch Pflicht, weil sich Wind und Spray auf dem Wasser ganz anders anfühlen als an Land).
Dazu gehören festes, rutschfestes Schuhwerk und ein sicherer Stand an Bord – besonders beim Ein- und Aussteigen und wenn die See unruhig ist.
Tipp: eine warme Mütze und Handschuhe gehören auch im Sommer in den Rucksack, auf dem Wasser ist es kälter als man denkt.
Für Fotograf:innen ist außerdem entscheidend: Wind- und Regenschutz fürs Equipment (Spray/Salz!), möglichst wenig Objektivwechsel und nach der Tour Kamera/Objektiv kurz abwischen.
Tipp: Wenn du zu Seekrankheit neigst, lieber frühzeitig vorsorgen.
Die frühen Isländer waren Seefahrer und stellten Wale in Erzählungen oft als gefährliche Meerwesen dar. Eine bekannte Geschichte erzählt von einem Zauberer, der versuchte, Island zu erobern, indem er die Gestalt eines Wals annahm – und an allen vier Küsten von Schutzgeistern abgewehrt wurde.
Obwohl Wale auf See gefürchtet waren, galten gestrandete Tiere als echter Glücksfall: Das Fleisch eines einzigen Tieres konnte mehrere Gemeinden ernähren, und Walöl wurde für Kerzen und Laternen genutzt – ein wichtiger Faktor, um durch den dunklen Winter zu kommen. (Im isländischen Sprachgebrauch ist „Glücksfall“ sinngemäß eng mit dem Motiv eines gestrandeten Wals verbunden.)
Island begann Ende des 19. Jahrhunderts mit kommerziellem Walfang – später als viele andere Nationen.
Er wurde mehrfach verboten und wieder eingeführt, abhängig von Beständen, internationalem Druck und lokalen Ansichten.
Bis heute gibt es im Land eine fortlaufende Debatte, ob Walfang künftig weitergeführt werden soll.
Die Entwicklung zeigt klar: Whale Watching spielt eine immer größere Rolle.
Touren starten von Häfen im ganzen Land – oft mit sehr hohen Erfolgsraten und einer vielfältigen Auswahl an Arten, die man mit etwas Glück beobachten kann.
