Grönland 2026: Geopolitik, Unabhängigkeit und globale Interessen
Text, Fotos & KI-generierte Bilder: Radmila Dier
Grönland steht 2026 stärker denn je im Fokus der internationalen Aufmerksamkeit. Was lange als abgelegene Randregion wahrgenommen wurde, ist heute Teil einer globalen Debatte über neue Handelsrouten, Rohstoffe, Sicherheitspolitik und die Zukunft der Arktis.
Bereits im Januar 2025 habe ich über die Hintergründe ausführlich berichtet, warum Donald Trumps Aussagen zu Grönland weltweit für Schlagzeilen sorgten – und weshalb die größte Insel der Erde für die USA von strategischem Interesse ist → https://handsoncamera.de/groenland-und-trump/ .
Ein Jahr später ist klar: Die damalige Diskussion war längst Teil einer langfristigen Entwicklung.
„We are going to do something on Greenland whether they like it or not. Because if we don’t do it, Russia or China will take over Greenland… We don’t want Russia or China going to Greenland, which – if we don’t take Greenland – you’re going to have Russia or China as your next-door neighbour. That’s not going to happen.”
Grönland im Zentrum globaler Interessen
Grönlands Bedeutung ergibt sich aus mehreren Faktoren, die international zunehmend an Gewicht gewinnen:
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strategische Lage zwischen Europa und Nordamerika
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neue arktische Schifffahrtsrouten durch den Klimawandel
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große Vorkommen an seltenen Erden und Rohstoffen
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sicherheitspolitische Interessen der USA und der NATO
Die Insel liegt an einer der wichtigsten geopolitischen Schnittstellen der Arktis. Militärisch ist sie für die USA seit Jahrzehnten von Bedeutung – unter anderem durch die Pituffik Space Base (besser bekannt als Thule Air Base) im Nordwesten Grönlands. Wirtschaftlich wecken insbesondere die Rohstoffvorkommen Begehrlichkeiten, die für Zukunftstechnologien von zentraler Bedeutung sind.

Der Hundeschlitten ist bis heute ein wichtiges Transportmittel in vielen Regionen Grönlands – ein Symbol für Tradition, Alltag und Leben im arktischen Raum.

Grönland zwischen Tradition und Moderne: In Qeqertarsuaq gehören bunte Holzhäuser und moderne Satellitentechnik längst zum Alltag.

Ein Fußballfeld in Qeqertarsuaq auf der Diskoinsel – wo Alltag, Freizeit und arktische Landschaft auf einzigartige Weise zusammentreffen.
Autonomie, Unabhängigkeit und politische Realität
Seit 1979 besitzt Grönland ein Autonomiestatut innerhalb des dänischen Königreichs und verfügt über weitgehende Selbstverwaltungsrechte. Bildung, Gesundheit, Fischerei und große Teile der Innenpolitik werden eigenständig geregelt. Außenpolitik und Verteidigung liegen jedoch weiterhin bei Dänemark.
Unter der Führung von Regierungschef Múte B. Egede wird das Thema Unabhängigkeit zunehmend offensiver diskutiert. Der Wunsch nach vollständiger Souveränität ist in der Bevölkerung weit verbreitet – gleichzeitig ist Grönland wirtschaftlich stark von Dänemark abhängig.
Die jährlichen Subventionen aus Kopenhagen bilden einen zentralen Pfeiler des grönländischen Staatshaushalts. Zwar verfügt die Insel über enorme natürliche Ressourcen – von seltenen Erden über Uran, Zink und Blei bis hin zu Öl, Gas, Gold und Diamanten – doch fehlen bislang die notwendige Infrastruktur und ein ausreichend diversifiziertes Wirtschaftssystem, um eine vollständige Unabhängigkeit eigenständig zu finanzieren.
Grönland steht damit vor einem politischen Balanceakt zwischen Selbstbestimmung, wirtschaftlicher Realität und internationalen Interessen.

Unterwegs in Qasigiannguit, einem der ältesten Orte Grönlands
Von der politischen Schlagzeile zur geopolitischen Realität
Die Diskussionen rund um Donald Trump haben Grönland international sichtbar gemacht. Doch unabhängig von einzelnen politischen Akteuren ist klar: Die Insel ist heute ein geopolitischer Schlüsselraum.
Die USA, China und Europa verfolgen jeweils eigene strategische Interessen in der Arktis. Gleichzeitig versucht Grönland, seinen eigenen politischen Weg zu gehen und seine Position zwischen den Machtblöcken zu definieren.
Was früher als exotische Randregion galt, ist heute Teil der globalen Macht- und Ressourcenfrage.
Grönland bleibt vor allem eines: ein einzigartiger Lebensraum
Bei all den politischen Debatten darf eines nicht in Vergessenheit geraten: Grönland ist vor allem ein Ort von außergewöhnlicher Schönheit, kultureller Tiefe und gewaltiger Natur.
Eisberge von der Größe von Hochhäusern, endlose Fjorde, das arktische Licht, Wale vor der Küste und eine stolze, jahrtausendealte Inuit-Kultur prägen das Leben auf der Insel. Für die Menschen in Grönland ist ihre Heimat kein geopolitisches Spielfeld, sondern Lebensraum.
Hier spricht man leise mit der Natur – nicht laut über sie.



Grönland erleben – nicht nur darüber lesen
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→ Reisebericht der letzten Grönland-Fotoreise
→ Teilnehmer-Galerie Grönland 2025
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Grönland ist kein abstraktes Thema.
Es ist ein Gefühl.
Und dieses Gefühl lässt sich nicht erklären – man muss es erleben.

