Island reisen: Planung, Anreise, Wetter, Packliste

Das schöne Foto der Skyline hat Sven Herzog bei einer der letzten Fotoreisen aufgenommen.
Island zu bereisen ist unkompliziert – und funktioniert am besten mit realistischer Planung: Reisezeit, Wetterfenster, Straßenstatus, Fahrzeiten und die Frage, was unterwegs wirklich verfügbar ist. Hier findest du praxisnahe Antworten für ganz Island (Süden, Westen, Norden, Osten und – saisonal – Hochland): von Einreise und Gepäck über Wetter, Packliste und Einkaufsmöglichkeiten bis zu Sicherheit, Internet und Roaming.

Eine Gletscherzunge in Island mit dunklen Partikeln aus Vulkanasche, Lava und Gesteinsmehl – der Mensch im Bild macht die gewaltigen Dimensionen sichtbar. Foto: Radmila Dier
Anreise & Transport in Island
Die Anreise erfolgt in der Regel per Flug nach Keflavík (KEF) bei Reykjavík. Von dort geht es – je nach Route – mit Mietwagen oder Transfers weiter. Für Fotoreisen lohnt es sich, nicht zu knapp zu planen: Wetter kann die Anreise beeinflussen – insbesondere, wenn man keinen direkten Flug bucht.
Für EWR-/EFTA-Bürger ist ein gültiges Reisedokument erforderlich; in der Praxis reicht häufig ein anerkannter Personalausweis oder Reisepass.
Für eine reibungslose Reise solltest du Buchungsunterlagen, Versicherungsnachweise und Notfallkontakte digital und offline verfügbar halten.
Viele Fotospots sind mit Auto deutlich flexibler erreichbar. In Iran gibt es keine Schienen – öffentlich ist man mit dem Bus unterwegs (ausführlich dazu hier).
Ohne Auto funktioniert Island ebenfalls, aber mit deutlich weniger Spontaneität bei Wetterfenstern und häufig mehr Zeitverlust durch feste Fahrpläne/Anbindungen. Für Fotoreisen ist Flexibilität meist der entscheidende Faktor.
Einen ausführlichen Artikel zum Thema findest du hier: handsoncamera.de/island-mit-und-ohne-auto-unterwegs
Straßen- und Wetterlage sollten täglich geprüft werden – besonders im Winter und bei Hochlandplänen. Offizielle Road-Informationen und Webcams kommen von der isländischen Straßenverwaltung; zusätzlich helfen offizielle Reise- und Warnhinweise.
Tipp: die kostenlosen Apps herunterladen und täglich prüfen:
Veður (Wetter/Wind) https://en.vedur.is/
SafeTravel (Alerts)
iOS: https://apps.apple.com/de/app/safetravel-iceland/id1550606986
Vegagerðin / Road.is (Strassen & Kameras)
Reise info:
https://island.is/en/roads-and-driving-conditions
Vegagerðin map (webcams etc): https://vegasja.vegagerdin.is/eng/
Hochlandstrecken (F-Straßen) sind saisonal geöffnet und stark wetterabhängig. Je nach Route brauchst du Allrad und Erfahrung, Wasserfurten sind der kritische Punkt.
Achtung: viele Mietfahrzeuge sind für F-Straßen NICHT versichert!
Wenn unterwegs: täglich den Status zu prüfen und nie „auf Verdacht“ oder alleine fahren.

Island Wetter, Reisezeit & Tageslicht
Island funktioniert (auch fotografisch) das ganze Jahr – entscheidend ist dein Fokus: Sommer für Mitternachtssonne, Hochland und Vogelwelt – Herbst für warmes Licht und erste Polarlichter -Winter für Schnee, Eis, lange Dämmerung und Polarlichter – Frühjahr für Übergänge und wechselhafte Stimmungen.
Wetterfenster sind oft wichtiger als ein „fixer Kalender“.
Island liegt knapp unterhalb vom Polarkreis, nur die nördlichste Siedlung, die Insel Grímsey, 40 Kilometer vor der Nordküste Islands wird vom Polarkreis durchquert.
Wetterwechsel sind jedoch normal: Wind, Nebel und schnelle Umschwünge sind normal, selbst im Juni kann es noch schneien.
Plane nach dem Zwiebelprinzip und denke an Regenschutz. Mehr zu Kleidung findest du hier: https://handsoncamera.de/richtige-bekleidung-in-island/Wichtig: Flexibilität ist Teil der Reise.
Bewährt hat sich: Base Layer (Merino/Synthetik), Isolationsschicht (Fleece/Daune/Primaloft) und eine wind-/wasserdichte Shell. Dazu Mütze, Buff und zwei Handschuh-Sets (dünn + warm). So bist du für „mehrere Jahreszeiten am Tag“ gerüstet.
Mehr dazu findest du hier: https://handsoncamera.de/richtige-bekleidung-in-island/
Island liegt frei im Nordatlantik – ohne schützende Wälder und mit vielen offenen Flächen. Tiefdruckgebiete ziehen oft schnell über die Insel, und Wind wird an Küsten, Pässen und in Fjorden zusätzlich „beschleunigt“ oder kanalisiert. Deshalb können Böen plötzlich deutlich stärker sein, als es im ersten Moment wirkt.
Wind ist in Island vor allem ein Sicherheitsfaktor: Autotüren werden aufgerissen, an Klippen und Stränden kann dich eine Böe versetzen, und nasse/vereiste Flächen werden gefährlich. Darum gilt: Warnhinweise ernst nehmen, Abstand an der Küste großzügig halten, und beim Fahren Tempo und Aufmerksamkeit anpassen – besonders abseits der Hauptstrecken.
Tipp: Da sich das Wetter in Island extrem schnell ändert, prüfe vor Aktivitäten stets die aktuellen Vorhersagen, z.B. bei vedur.is und SafeTravel.is
Ja, im Sommer können Mücken und kleine Stechfliegen auftreten – je nach Region, Wind und Feuchtgebieten. Wind reduziert sie oft deutlich. Für längere Stops helfen Mückenspray, ggf. Kopfnetz und lange, leichte Kleidung.
Tatsächlich war Island lange als frei von Stechmücken, im Oktober 2025 wurden erstmals Stechmücken der Gattung Culiseta Annulata in Island entdeckt. Offenbar sind sie eingeschleppt worden und überleben sie selbst in Island.
Faustregel: wo viele Vögel nisten, gibt es auch viele Mücken, z.B. rund um den Mývatn-See im Norden Islands.
Diese berühmt-berüchtigten Zuckmücken am Mývatn-See stechen allerdings nicht.

Magisches Herbstlicht in den Ostfjorden: Wenn die Sonne durch die Wolken bricht, wirkt die Landschaft wie eine Bühne.
Packliste & Reisegepäck für Island
Unverzichtbar sind wind-/wasserdichte Außenkleidung, warme Isolationsschicht, Base Layer, robuste Schuhe, warme Socken, Mütze/Buff/Handschuhe, Sonnenbrille und Sonnencreme.
Dazu: Trink/Thermosflasche, Reiseapotheke und Blasenpflaster und ggf. Reisetabletten für Bootstouren.
Eine detaillierte Packliste findest du hier: https://handsoncamera.de/richtige-bekleidung-in-island/
Nein.
Wichtig sind Wind- und Spritzwasserschutz: wasserdichte Außenlage, Drybag oder wasserdichter Rucksack, Regenhülle für Kamera, Mikrofasertuch.
Du brauchst keine „Expeditionsausrüstung“, aber du solltest für nass-kalt und windig vorbereitet sein.
Gerade mit Fotoausrüstung ist Handgepäck schnell schwer. Prüfe die Gewichtsgrenzen deiner Airline vorab und plane so, dass empfindliche Technik ins Handgepäck kommt oder kommen muss (Akkus/Powerbanks nach Airline-Regeln).
Für Unterwegs keine sperrigen „Schrankkoffer“. Eine Reisetasche (ggf. mit Rollen) ist meist deutlich besser zu handhaben und passt flexibler in Fahrzeuge und Gepäckräume.

Essen, Einkauf & Versorgung vor Ort in Island
In unseren Unterkünften gibt es reichlich Frühstück, meist als Buffet. Abends essen wir in Hotels und/oder ausgesuchten Restaurants vor Ort, die Qualität und Verlässlichkeit bieten. Es gibt eine sehr gute internationale Küche mit lokalen Einflüssen und landestypischen Spezialitäten (Fisch, Lamm und sehr empfehlenswert ).
Für Fototage haben wir eine Routine: tagsüber flexible Snacks/Lunch, abends entspannt und gut essen.
Islands Küche ist stark von frischem Fisch, hochwertigem Lammfleisch und Milchprodukten wie dem berühmten Sauerrahmquark „Skyr“ geprägt.
Landwirte nennen ihre frei grasenden Schafe stolz das weltweit beste „Berglamm“.
Die isländischen Milchprodukte sind erstklassig. Die isländischen Kühe wurden – so wie die Pferde – von den Siedlern eingeführt und isoliert gezüchtet. Daraus ist eine einzigartige Rasse entstanden.
In geothermal beheizten Gewächshäusern wird Gemüse angebaut, die Tomaten- und Gurkenproduktion deckt mittlerweile den Landesbedarf.
Traditionelle Spezialitäten sind vor allem geräuchertes Lamm (hangekjöt), Fischsuppen und Eintöpfe sowie Roggenbrot.
Daneben gibt es noch weitere, für unseren Geschmack eher skurrile Spezialitäten: getrockneter Stockfisch (Harðfiskur), Fermentierter Grönlandhai (Hákarl) und der gekochte Schafskopf (Svið)
Ja, besonders in den größeren Orten gibt es gute Einkaufsmöglichkeiten. In kleineren Orten ist die Auswahl deutlich begrenzter und variiert stärker.
Wenn du spezielle Dinge brauchst (Spezialkost, bestimmte Marken), nimm sie besser von zu Hause mit.
Glutenfreie Nahrungsmittel in Island: Supermärkte wie Bónus, Krónan und Hagkaup bieten zwar glutenfreie Produkte an, aber meist nur in größeren Orten.
Es zählt zu den reinsten der Welt, weshalb der Kauf von Flaschenwasser unnötig ist.
Tipp: ausschließlich kaltes Wasser trinken, da warmes Wasser direkt aus geothermalen Quellen kommt, nach Schwefel riechen kann und nicht als Trinkwasser gilt.

Catch of the day. Am Hafen kann man sehen, was heute im Restaurant auf den Tisch kommt.
Gesundheit, Sicherheit, Geld, WLAN & Mobilfunk in Island
Island gilt insgesamt als eines der sichersten Länder der Welt, die fünf (!) Gefängnisse des Landes zählen insgesamt 20-30 Insassen.
Die relevanten Risiken sind Natur und Wetter: Wind, Wellen, rutschige Flächen, schnelle Wetterwechsel und im Winter Glätte/Schnee.
Gute Vorbereitung und das Befolgen von Warnhinweisen sind der wichtigste Sicherheitsfaktor.
Die gesundheitliche Versorgung ist sehr gut, in größeren Orten gibt es Ärzte und Apotheken – aber nicht in der Dichte wie in DACH, und Spezialmedikamente sind nicht immer sofort verfügbar.
Tipp: Nimm Dauermedikation ausreichend mit und packe eine kleine Reiseapotheke.
Der Atlantik ist keine „Badewanne“, wir sind allerdings nicht auf offener See unterwegs. In den Fjorden ist man vor großen Wellen geschützt.
Aber: es kann vorkommen. Bewährt haben sich: rechtzeitig leicht essen, Blick zum Horizont, stabiler Sitzplatz, ggf. Medikamente/Ingwer.
Tipp: vor der Reise ein Gespräch mit dem Hausarzt führen und ggf. (prophylaktisch) Medikamente mitnehmen.
Island hat eine erstaunlich gute Mobilfunk Abdeckung, bis auf wenige Ausnahmen hat man überall Empfang.
In unseren Hotels gibt es WLAN, aber die Bandbreite kann schwanken.
Nein.
Island ist zwar nicht EUR-Mitglied, gehört aber zum Europäischen Wirtschaftsraum. Daher fallen keine Roaming-Gebühren an.
Tipp: Prüfe trotzdem die Vertragsregelung bei deinem Anbieter, manche Verträge haben Daten-Drosselung „eingebaut“ und erheben ggb. Zusatz-Gebühren.
Aktuelle Infos findest du bei der Bundesnetzagentur.
Die Landeswährung in Island sind Isländische Kronen. Kartenzahlung ist üblich und wird selbst bei kleinsten Beträgen ohne weiteres akzeptiert.
Am Flughafen, bei Banken und oft auch in den Supermärkten stehen meist Geldautomaten (ATM).
Tipp: ein kleines Backup (zweite Karte oder ein kleiner Bargeldbetrag) für Notfälle ist trotzdem sinnvoll.
Island ist insgesamt ein teures Reiseland – vor allem bei Unterkünften, Transporten und Dienstleistungen.
Dazu kommen Faktoren wie Insellage, begrenzte Infrastruktur außerhalb der Zentren, kurze Saisonspitzen in manchen Regionen und höhere Betriebskosten (Personal, Transport, Energie).
Gerade bei Rundreisen mit viel Strecke und wechselnden Regionen steigen die Kosten für Mobilität schnell, hinzu kommen Inlandsflüge, Eintrittsgelder und kostspielige Aktivitäten (Whale Watching etc.).
