Open AI Sora. KI Videogenerator schockiert alle. Ist das die Zukunft des digitalen Storytellings?

Am 15. Februar 2024 hat OpenAI seine neueste Entwicklung vorgestellt: den Videogenerator Sora. Damit wird wieder einmal ein völlig neues Niveau erreicht; die Auswirkungen werden gigantisch sein.
Warum sind dann alle schockiert?

Sora setzt völlig neue Maßstäbe und übertrifft alles dagewesene. Sora ist ein Videogenerator, das alle sprachlos macht.

In diesem Beitrag versuche ich die fünf wichtigsten Fragen rund um Sora zu beleuchten. Alle gezeigten Videos sind nicht real, sondern mit Sora erstellt.

Inhalt:

  1. Was ist Sora?
  2. Interaktivität und Immersion: Was kann Sora?
  3. Was ist eigentlich ein Prompt?
  4. Sora: Lösung oder Untergang für Kreative und Unternehmen?
  5. Deepfake: Ist die Welt bereit für Sora? Die Sicherheit und die rechtliche Bewertung.

 

Open AI Sora

  1. Die Zukunft des digitalen Storytellings: Was ist Sora?

OpenAI wurde letztes Jahr hauptsächlich durch den Chatbot ChatGPT bekannt. Das kalifornische Unternehmen setzt mit der Entwicklung von Technologien, die auf künstlicher Intelligenz (KI) basieren, immer wieder neue Maßstäbe.

Mit Sora macht OpenAI einen weiteren Riesenschritt. Letzte Woche wurde Sora vorgestellt, eine Software die mit Hilfe der KI Textbefehle in Videos umwandelt, die faszinierend und gleichzeitig erschreckend realitätsnah sind.

Mit Sora können momentan Videos mit einer Länge von bis zu 60 Sekunden generiert werden, die Entwicklung geht aber rasend voran.

Das nachstehende Video ist eine Drohnenaufnahme von Big Sur, Kalifornien.

Nur, dass es keine Drohnenaufnahme ist. Das Video ist mit KI erstellt.

Interaktivität und Immersion: Was macht Sora so bahnbrechend und möglicherweise gefährlich?

Sora ist in der Lage, komplexe Szenen mit mehreren Charakteren, spezifischen Bewegungsarten und genauen Details des Motivs und des Hintergrunds zu generieren. Das Modell versteht nicht nur, was der Benutzer im Eingabefeld angefordert hat, sondern auch, wie diese Dinge in der realen Welt existieren.

 

Von Prompt zum Video. Aber prompt!

Wie funktioniert das Ganze? Die KI ist in der Lage, verschiedene Aufgaben selbständig umzusetzen und ggf. weiter selbständig zu entwickeln. Die Umsetzung ist umso besser, um so präziser die Anweisung von uns ist. Diese Anweisung nennen wir “prompt”.

Hier wird also eine Filmsequenz möglichst genau beschrieben – und wird prompt zum Video :)

Das obere Video hat den Prompt erhalten: “A litter of golden retriever puppies playing in the snow. Their heads pop out of the snow.”

Voilá.

Mit Sora können Benutzer multimediale Inhalte erstellen, die sich durch ihre Interaktivität und Immersion auszeichnen. Und nicht nur das. Sora kann z.B. beliebig einen Hintergrund einer realen Szene ändern.

Wenn die virtuelle Umgebung als real empfunden wird: Können wir noch unterscheiden, was reale Szenen sind und was virtuell erschaffen, einer realen Szene hinzugefügt oder substrahiert wurde?

Die folgende Videosequenz ist nicht real. Es ist nie passiert. Können wir das erkennen?

Lösung oder Untergang für Kreative und Unternehmen?

Wie man sich leicht vorstellen kann, birgt die Anwendung große Risiken von sog. Deepfakes.

Im Moment ist die Software noch nicht frei erhältlich. Die Betonung liegt Sicht auf “noch”.

Laut OpenAI wird Sora verschiedenen Entwicklern, Designern und Filmemachern zur Verfügung gestellt, um kritische Bereiche auf Fehlfunktionen und/oder Risiken zu untersuchen und Feedback zu zu geben, wie das Modell so weiterentwickelt werden kann, dass es für Kreativprofis am hilfreichsten ist.

Es bleibt abzuwarten. Die Entwicklung der KI hat eine atemberaubende Geschwindigkeit angenommen. In nur einem Jahr hat sie einen Quantensprung gemacht. Ich denke, dass die Film- und Werbebranche angesichts der nahezu perfekten und realgetreuen Wiedergabe revolutioniert werden wird.

Es bleibt die Frage, wie man künftig arbeitet: am Filmset oder am Computer? Mit echten Schauspielern oder mit möglichst genauen prompts?

 

Deepfake: Ist die Welt bereit für Sora? Die rechtliche Bewertung von Sora.

Seit einigen Jahren ist das Thema Künstliche Intelligenz und die damit verbundenen Gefahren ein zentrales Thema auf der Agenda verschiedener Konferenzen. Das Potenzial ist riesig, die Sorge vor den fatalen Auswirkungen einer unkontrollierten Verbreitung dieser Technologie mindestens genau so groß.

Jetzt kommt zu Video- und Tonmanipulation noch ein völlig neues Werkzeug hinzu. Warum Bestehendes manipulieren, wenn man gleich Neues erschaffen kann?

Dieses Jahr stehen insgesamt vier Milliarden Menschen in 40 Ländern vor wichtigen Wahlen. Angesichts dieser Situation haben KI-Anbieter, Social-Media-Plattformen und andere Unternehmen eine Reihe von Maßnahmen angekündigt, um die Manipulation von Wahlen durch KI einzudämmen. Werden sie erfolgreich?

Obwohl bereits Werkzeuge wie Wasserzeichen und Herkunftsmetadaten eingesetzt werden, reichen diese Maßnahmen bei weitem nicht aus.

Plant Zelensky ein Attentat auf Macron? Es war in den Nachrichten, dann ist es wohl wahr?

Die jüngsten Vorfälle, wie der Deepfake eines französischen Senders oder der Joe Biden Audiofake , machen die Situation deutlich. Zusätzlich zu technischen Maßnahmen sind auch rechtliche Rahmenbedingungen erforderlich, um dieser Herausforderung angemessen zu begegnen.

Wird die Politik und die langsame Rechtssprechung mit dieser Entwicklung mitkommen?

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