Es gibt eine Vielzahl von Filtern für die Fotografie, die verschiedene Effekte erzielen können. In diesem Beitrag stelle ich 5 der gebräuchlichsten Filter in meinem Fotorucksack vor und erkläre deren Anwendung.

Island Stokksnes, Aufnahme ohne FotofilterIsland Stokksnes Vestrahorn, Aufnahme ohne Fotofilter

Was sind Filter in der Fotografie und wozu brauchen wir sie?

Filter in der Fotografie sind nützliche Werkzeuge, die verschiedene Effekte erzielen und das einfallende Licht und damit die Aufnahme optisch beeinflussen. Es handelt sich nicht um digitale Filter in der Bildbearbeitung, sondern echte Glasfilter, die man am Objektiv befestigt.

Dabei unterscheiden wir sog. Schraubfilter, die man direkt an das Objektiv aufschrauben kann und sog. Steckfiltersysteme. Hierbei wird zunächst ein Träger am Objektiv befestigt, darin können eine oder mehrere Glasfilter-Platten befestigt werden.

Übrigens, sogar für das iPhone gibt es mittlerweile Steckfiltersysteme!

Foto Filtersystem für iPhone, Foto NiSi
Foto (c) NiSi

Ja, wo gibts denn sowas? Nisi bietet Steckfilter sogar für das iPhone

Verwendung von Filtern in der Fotografie – allgemeines Nutzen und Vorteile auf einen Blick.

Schutz des Objektivs

Ein Filter kann als eine zusätzliche Schicht zum Schutz des Objektivs dienen. Er kann vor Kratzern, Staub, Schmutz und Fingerabdrücken schützen, was besonders nützlich ist, wenn du in rauen Umgebungen fotografierst.

Kontrolle über Lichtbedingungen

ND-Filter (Neutraldichtefilter) ermöglichen längere Belichtungszeiten, indem sie die Menge des einfallenden Lichts reduzieren. Dies ist nützlich, um Bewegungseffekte zu erzeugen, wie z.B. fließendes Wasser oder weiche Wolken.

Anpassung der Kontraste im Bild

Alle Fotografen kennen das Problem: wenn dunkle Teile des Bildes korrekt belichtet werden, sind die hellen Teile des Bildes überbelichtet und umgekehrt. Stake Kontraste zwischen Licht und Schatten kann ggf. ein Verlaufsfilter korrigieren.

Reduzierung von Reflexionen

Mit entsprechenden Filter kann man Reflexionen auf nichtmetallischen Oberflächen wie Wasser, Glas oder Blättern reduzieren, was zu klareren und satteren Aufnahmen führt.

Korrektur und kreative Effekte der Aufnahme

Last, but not least: Es gibt nicht nur nützliche, sondern auch unzählige Filter für deine kreativen Aufnahmen!

Dazu später mehr.

Island Ostfjorde
Ohne Graufilter wäre diese Aufnahme so nicht möglich. Foto (c) Radmila Dier

Fotoreise Island Ostfjorde

Meine Top 5 der gebräuchlichsten Filter

  1. UV (ultraviolette) Filter

Nomen est omen: der UV Filter sperrt das UV Licht aus.

Der Hauptzweck eines UV-Filters besteht darin, ultraviolette (UV) Strahlen zu blockieren oder zu absorbieren, die bei bestimmten Lichtverhältnissen zum gefürchteten Blaustich in Fotos führen können.

Ultraviolette Strahlen sind für das menschliche Auge unsichtbar, können jedoch in bestimmten Fällen (Berge, Meer) in der Fotografie unerwünschte Auswirkungen haben.

3 Hauptgründe für die Verwendung von UV-Filtern sind:

Reduzierung von atmosphärischen Dunst

Landschaftsaufnahmen kann atmosphärischer Dunst oder Haze dazu führen, dass das Bild sehr blass wirkt. Ein UV-Filter hilft diesen Effekt zu reduzieren und das Bild klarer und kontrastreicher zu machen.

Blaustich minimieren oder vermeiden
komplementäre Farben, Wikipedia
komplementäre Farben, Wikipedia

Quelle & Foto (wikipedia)

Insbesondere am Meer oder in den Bergen können UV-Strahlen zu einem leichten Blaustich in den Aufnahmen führen. Ein UV-Filter reduziert diesen Blaustich und verbessert die Farben.

Schutz des Objektivs

Fotografen benutzen den UV-Filter häufig als Schutz des teuren Objektivs. Der Filter bildet eine zusätzliche Schicht, die das Objektiv vor Staub, Schmutz, Fingerabdrücken und Kratzern schützen kann. Es ist billiger den Filter auszutauschen, als das teuere Objektiv reparieren zu lassen.

Tipp: niemals einen minderwertigen Filter auf hochwertige Linsen schrauben! Hochwertige UV-Filter gibt es z.B. von Nisi.

2. Polfilter, die Lieblinge der Landschaftsfotografen.

Ein Polfilter (auch Polarisationsfilter oder CPL Filter genannt) reduziert Reflexionen von glänzenden nichtmetallischen Oberflächen wie Wasser oder Glas. Das komplementär polarisiertes Licht wird herausfiltert, dadurch wirken die Farben satter und der Kontrast im Bild wird erhöht.

Anwendung: auf dem Objektiv befestigt, dreht man den Filter solange, bis der gewünschte Effekt im Sucher (oder Display) sichtbar wird. Grund: Durch die Drehung ändert sich die Richtung der Polarisation.

Am häufigsten wird der Polfilter in der Landschaftsfotografie verwendet. Der Himmel wird dramatisch tiefblau und der Kontrast zu weißen Wolken erhöht sich.

Aber auch in der Architektur verwendet man Polfilter. um die Reflexionen und Spiegelung der Fenster zu minimieren.

Tipp: Ein Polarisationsfilter blockiert einen Teil des einfallenden Lichts, was zu einer Verringerung der Lichtmenge führt, die auf den Bildsensor trifft. Um trotzdem eine korrekte Belichtung zu erzielen, muss die Belichtungszeit verlängert werden, um das reduzierte Licht auszugleichen.

3. ND-Filter – auf alle Fälle für alle Wasserfälle

Der Neutraldichtefilter (ND) verringert die Lichtmenge, die durch das Objektiv in die Kamera gelangt. Dadurch können längere Belichtungszeiten verwendet werden, um Bewegung zu verwischen oder um bei hellem Licht mit großer Blendenöffnung arbeiten zu können.

Hier unterscheiden wir zwischen festen ND Filtern, Grauverlaufsfiltern und variablen ND-Filtern. Die Unterschiede:

Feste ND-Filter

Diese Filter (Schraub oder Steckfilter) haben eine feste Stärke die nicht verändert werden kann.

Die Verschlusszeit wird um ein Vielfaches verlängert, je nach Stärke. Damit kannst du Menschen auf belebten Schauplätzen verschwinden lassen oder die beliebten Schleiereffekte bei bewegtem Wasser erreichen. Ein weiterer Vorteil: Lichtreduktion und offene Blende wenn es sonst zu hell wäre.

Variable ND-Filter

Wie der Name schon sagt: Die Schraub-Filter bieten eine variable ND-Funktion über mehrere Blenden. Das ermöglicht die Belichtungszeit anzupassen und die Bewegung von Wasser, Wolken und anderen Objekten in der Aufnahme aktiv zu kontrollieren.

Island Wasserfall Bruarfoss, der Brückenwasserfall
Canon EOS R3 + Canon RF 14-35mm f4L IS USM

0,3 sec. bei f / 8,0, ISO 1000 und ND-Filter von NiSi. Foto (c) Radmila Dier

4. Grauverlaufsfilter. Meine kleinen genialen Helfer.

Die Grauverlaufsfilter dunkeln nur einen Teil des Bildes ab, in der Regel ist das der Himmel. Dadurch kann man bei Aufnahmen mit hellem Himmel eine Überbelichtung des Himmels vermeiden und den Kontrast des Bildes ausgleichen.

Übrigens gibt es nicht nur Filter in Grau, sondern auch in anderen Einfärbungen.

Tipp: Ich liebe meine Grauverlaufsfilter von nisi. Mit deren Hilfe kann ich eine genauere und bessere Belichtung erzielen, indem ich den hellen Bereich im Foto (meistens den Himmel) abdunkele. Dadurch erreicht man eine gleichmäßige Belichtung des Motivs und vermeide gezielt Über- oder Unterbelichtung in Teilen der Aufnahme. Das ist mit Schraubfiltern nicht möglich.

Aufnahme ohne FilterAufnahme mit NiSi Pol und farbigen ND Filter, (c) Radmila Dier

5. Makrofilter oder besser Nahlinse – meine treuen Reisebegleiter

Makrofilter filtern kein Licht und heißen daher korrekt Nahlinsen. Sie werden an das Objektiv geschraubt und wirken ähnlich wie ein Vergrößerungsglas. Sie ermöglichen es, extrem nahe an das Motiv heranzukommen und winzige Details in vergrößerter Form einzufangen. Die Qualität der Aufnahmen ist extrem gut und kann fast mit einem teueren Makroobjektiv mithalten. Sofern du dich nicht direkt auf Makrofotografie spezialisiert hast, wird dir ein Makrofilter sehr gute Dienste auf Reisen erweisen. Warum?

Schont die Reisekasse: Makrofilter bieten eine kostengünstigere Möglichkeit, in die Welt der Makrofotografie einzutauchen, ohne in teure Ausrüstung investieren zu müssen.

Perfekte Reisebegleiter: denke an die Gepäckbestimmungen bei Flugreisen! Ein Makrofilter ist leicht und eine ideale Ergänzung auf Reisen. Einen Makrofilter kannst du einfach in deine Fototasche packen und bei Bedarf auf dein vorhandenes Objektiv aufschrauben.

Easy going: Makrofilter sind in verschiedenen Stärken erhältlich und die Anwendung von Makrofiltern ist super einfach! Einfach den Filter auf das Objektiv schrauben und schon kannst du im Makromodus fotografieren.

Tipp: Makrofilter ermöglichen es, winzige Details und Strukturen festzuhalten, die man mit einem “normalen Objektiv” oft nicht (mehr) fotografieren kann. Dies eröffnet eine neue Welt von kreativen Möglichkeiten, faszinierende Nahaufnahmen von Pflanzen,  Insekten, oder anderen kleinen Motiven zu machen. Ich benutze Nahlinsen von Canon mit 5 Dioptrien, aber auch auch NiSi  und Heliopan bieten ausgezeichnete Nahlinsen an. Achte beim Kauf darauf, welchen Durchmesser dein Objektiv hat – es gibt verschiedene!

Island. Makroaufnahmen mit Canon EOS R3 und einem Makrofilter.
Canon 1-DX + Canon EF 24-70mm f/2.8L II USM

Fotoreise Island. Diese Aufnahmen wären mit dieser Ausrüstung ohne den Makrofilter nicht möglich. Foto (c) Radmila Dier

Island. Makroaufnahmen mit Canon DX1 und einem Makrofilter.
Canon EOS 1-DX + Canon EF 24-70mm f/2.8L II USM

Fotoreise Island. Diese Aufnahmen wären mit dieser Ausrüstung ohne den Makrofilter nicht möglich. Foto (c) Radmila Dier

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