Fotoreise Prag: Fotografieren zwischen Karlsbrücke, Prager Burg und versteckten Gärten

Prag im Oktober. Drei Tage, eine kleine Gruppe und eine Stadt, in der hinter fast jeder Ecke ein neues Fotomotiv wartet. Auf unserer Fotoreise durch die tschechische Hauptstadt standen nicht nur Karlsbrücke, Prager Burg und Altstädter Ring auf dem Programm. Wir wollten vor allem das andere Prag entdecken: stille Gassen, versteckte Barockgärten, besondere Aussichtspunkte und Orte, an denen man selbst in einer der meistbesuchten Städte Europas noch ganz in Ruhe fotografieren kann.

Lange geplant, zweimal wegen der Corona-Einschränkungen verschoben – und im Herbst 2021 war es endlich so weit.

Unsere Fotoreise nach Prag konnte stattfinden.

Drei intensive Tage lang waren wir mit den Kameras in der Goldenen Stadt unterwegs. Wir fotografierten Prag zur Blauen Stunde, standen frühmorgens fast alleine auf der Karlsbrücke, erkundeten die Altstadt und die Umgebung der Prager Burg, fuhren mit einer historischen Straßenbahn exklusiv durch die Stadt und bekamen zum Abschluss sogar die Gelegenheit, in einer der eindrucksvollsten historischen Klosterbibliotheken Prags zu fotografieren.

Und natürlich blieb auch genügend Zeit für gutes tschechisches Essen, Kaffee mit Aussicht und spontane Entdeckungen.

Denn genau dafür sind kleine Fotoreise-Gruppen ideal.

Prag fotografieren – weit mehr als Karlsbrücke und Altstädter Ring

Unsere Reise stand unter dem Motto „Prags versteckte Winkel und Gassen“.

Natürlich gehören weltberühmte Sehenswürdigkeiten wie die Karlsbrücke, die Prager Burg, der Altstädter Ring oder die astronomische Uhr zu einer Fotoreise nach Prag dazu. Aber gerade fotografisch wird die tschechische Hauptstadt besonders spannend, wenn man die bekannten Wege verlässt.

Prag ist eine Stadt der Kontraste. Monumentale Architektur trifft auf winzige Häuser. Barocke Paläste stehen neben mittelalterlichen Gassen. Hinter unscheinbaren Türen verbergen sich Gärten, Innenhöfe und überraschende Ausblicke über die roten Dächer der Stadt.

Und obwohl Prag zu den beliebtesten Städtereisezielen Europas gehört, findet man auch mitten im historischen Zentrum noch erstaunlich ruhige Orte. Genau diese Mischung wollten wir fotografisch entdecken. Unser Quartier passte perfekt dazu: ein kleines Hotel in einer historischen Klosteranlage oberhalb der Stadt.

Von hier aus lag uns Prag praktisch zu Füßen. Die Aussicht über die Dächer der Altstadt war so schön, dass selbst das frühe Aufstehen für unsere ersten Aufnahmen in der Blauen Stunde niemanden ernsthaft störte.

Na ja – zumindest fast niemanden. :)

Fotografen auf der Karlsbrücke blaue Stunde

Fotografischer Streifzug durch Nový Svět – das „Dorf“ hinter der Prager Burg

Unser erster Fotospaziergang führte uns in eine Gegend, an der viele Prag-Besucher vorbeigehen: Nový Svět – die „Neue Welt“ in unmittelbarer Nähe der Prager Burg. Wer hier durch die schmalen Gassen läuft, könnte fast vergessen, dass er sich mitten in einer europäischen Hauptstadt befindet. Kleine historische Häuser schmiegen sich dicht aneinander, Türen sind kaum höher als ein Mensch und alte Hauszeichen erzählen Geschichten aus vergangenen Jahrhunderten.

Die Siedlung entstand bereits im Mittelalter und gehörte lange zu den ärmeren Gegenden rund um den Hradschin. Die klangvollen Hausnamen konnten darüber nicht hinwegtäuschen. Heute gehört Nový Svět zu den charmantesten Vierteln Prags und ist gerade für Fotografen ein wunderbarer Ort.

Keine riesigen Sehenswürdigkeiten.

Keine großen Plätze.

Stattdessen Fassaden, Fenster, Türen, Kopfsteinpflaster, Laternen und unzählige kleine Details.
Genau solche Orte lieben wir.

Fotografie beginnt mit dem Blick fürs Detail

Eine Fotoreise besteht für mich nicht daraus, von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit zu laufen und überall das gleiche Postkartenmotiv zu fotografieren.

Wir trainieren den Blick.

Ein altes Schild. Ein ungewöhnlicher Türklopfer. Eine verwitterte Hausnummer. Ein Kanaldeckel. Licht auf einer Fassade. Oft entstehen gerade aus solchen Details die Bilder, die später besonders viel über einen Ort erzählen. In Nový Svět fanden wir davon reichlich.

An einem der historischen Häuser war die Eingangstür vielleicht 150 Zentimeter hoch. Daneben hing ein altes Schild mit der Aufschrift „Feuerlösch-Automat. Schlüssel bei Hausmeister und Wachtmeister.“ Für mich genau die Art Motiv, an der andere vielleicht einfach vorbeigehen – und die ich unbedingt fotografieren muss.

Manche Häuser sind so alt, dass man heute kaum durch die Eingangstüre kommt. Diese hier ist ca. 150 cm hoch. Auf dem Schild steht: „Feuerlösch-Automat. Schlüssel bei Hausmeister und Wachtmeister“.

Zufallsbegegnung mit der Prager Burgwache

Fotoreisen lassen sich planen. Das Licht nicht immer. Und manche Motive überhaupt nicht.

Plötzlich kam uns eine Gruppe Musiker in prachtvollen Uniformen entgegen. Natürlich gingen sofort die Kameras hoch. Erst später erfuhren wir, dass es sich um Musiker der Burgwache handelte und dass ihre Anwesenheit an diesem Tag einen besonderen Anlass hatte.

Solche unerwarteten Situationen gehören zu den schönsten Momenten einer Fotoreise. Man steht zur richtigen Zeit am richtigen Ort – und hat die Kamera bereits in der Hand.

Als diese äußerst fotogenen Musiker vorbei gingen, haben wir uns über die schönen Uniformen gefreut. Was wir erst später erfahren haben: der Tschechische Präsident Miloš Zeman wurde an diesem Tag aus dem Krankenhaus entlassen und von ebendiesen Blaskapelle der Burgwache an der Prager Burg empfangen.

Prager Burg und Lobkowicz-Palast – Fotografieren mit Aussicht

Von Nový Svět führte unser Weg weiter zur Prager Burg.

Der weitläufige Burgkomplex prägt seit Jahrhunderten das Panorama der tschechischen Hauptstadt und gehört zu den wichtigsten historischen Orten des Landes.

Wir machten zunächst eine Pause auf der Terrasse des Lobkowicz-Palasts. Kaffee trinken mit Aussicht über Prag? Kann man machen.

Der Mitte des 16. Jahrhunderts entstandene Lobkowicz-Palast ist heute der einzige privat geführte Palast innerhalb des Areals der Prager Burg. Von seiner Terrasse bietet sich ein großartiger Blick über die Stadt.

Für Fotografen ist das natürlich gefährlich.

Aus „Wir trinken nur kurz einen Kaffee“ wird schnell eine längere Pause mit Kamera.

Der Weg führte uns zur Prager Burg und dort – nach einer Kaffeepause auf der Terrasse des wunderschönen Lobkowicz Palais – in die Burggärten. Ein herrlicher Ort den ich immer wieder besuche. Und die Aussicht? Ohne Worte.

Prag Fotoreise

Wallenstein-Garten – barocke Ruhe mitten in Prag

Mitten auf der Prager Kleinseite, nur wenige Schritte von der Prager Burg und der Karlsbrücke entfernt, versteckt er sich.

Hinter hohen Mauern öffnet sich plötzlich eine weitläufige barocke Gartenanlage mit streng angelegten Wegen, Skulpturen, Brunnen, Teichen und dem imposanten Wallenstein-Palais. Besonders außergewöhnlich ist die künstliche Grottenwand, deren bizarre Formen aus der Ferne beinahe wie eine natürliche Felslandschaft wirken.

Für Fotografen ist der Garten ein wunderbarer Ort, um mit Linien, Symmetrien, Architektur und Details zu arbeiten. Gleichzeitig findet man hier immer wieder ruhige Ecken, in denen man mitten im historischen Zentrum Prags für einen Moment den Trubel der Stadt vergisst.

Genau solche Kontraste machen Prag für mich so spannend: Eben noch läuft man durch belebte Straßen – und wenige Minuten später steht man mit der Kamera in einer stillen barocken Gartenanlage.

Fotografieren lernen heißt auch Bilder bearbeiten lernen

Zum Fotoworkshop gehört für mich nicht nur die Aufnahme vor Ort.

Auch die spätere Bildauswahl und Bildbearbeitung sind Teil des fotografischen Prozesses.

Manchmal ist ein Bild fast perfekt. Fast. Eine störende Lampe, ein Schild oder irgendein anderes Element lenkt genau dort den Blick auf sich, wo man ihn eigentlich nicht haben möchte. An einem unserer Prag-Fotos war es eine Lampe.
Also haben wir uns angeschaut, wie man solche störenden Elemente sauber in Photoshop entfernt.

Vorher.

Nachher.

Und plötzlich kann sich der Blick wieder ganz auf die eigentliche Bildwirkung konzentrieren.

Altstädter Ring und Rathaus – Prag von oben fotografieren

Natürlich darf bei einer Fotoreise durch Prag die Altstadt nicht fehlen.

Der Altstädter Ring gehört zu den berühmtesten Plätzen der Stadt. Hier treffen gotische Architektur, Barockfassaden und jahrhundertealte Geschichte aufeinander. Am bekanntesten ist vermutlich die astronomische Uhr am Altstädter Rathaus, der Prager Orloj.
Ihr ursprünglicher Mechanismus stammt aus dem Jahr 1410. Damit gehört die Prager Rathausuhr zu den ältesten noch funktionierenden astronomischen Uhren der Welt.

Tagsüber versammeln sich vor ihr regelmäßig große Menschenmengen. Wir entschieden uns deshalb für eine andere Perspektive:
nach oben.

Details, Details! Die Fassade des alten Rathausses schmückt das Wappen der Stadt und die Aufschrift Prager Caput Regni (Prag, Hauptstadt des Königreiches).

Fotografieren vom Turm des Altstädter Rathauses

Vom Turm des Altstädter Rathauses bietet sich einer der schönsten Blicke über das historische Zentrum von Prag.

Rote Dächer.
Kirchtürme.
Enge Straßenzüge.

Und mitten darin der Altstädter Ring.

Gerade für Fotografen ist die erhöhte Perspektive spannend, weil plötzlich Strukturen sichtbar werden, die man unten auf der Straße kaum wahrnimmt. Selbst der Aufzug im Inneren des Rathausturms wurde zum Fotomotiv. Typisch Fotoreise. Man geht wegen der Aussicht auf den Turm und fotografiert am Ende auch noch den Aufzug.

Die gotische Kapelle des Altstädter Rathauses in Prag wurde im Jahr 1381 vom berühmten Baumeister Peter Parler im Turm eingeweiht. Sie bietet einen direkten Blick auf die Figuren der astronomischen Aposteluhr und ist ein Kernstück der historischen Stadtarchitektur.

Prag zur Blauen Stunde

Irgendwann wurde es Abend. Eigentlich hatten wir einen Tisch zum Abendessen in der Nähe der Prager Burg reserviert.
Eigentlich.
Denn zwischen uns und dem Restaurant lag Prag.

Und Prag zur Blauen Stunde lässt einen Fotografen nun einmal nicht besonders schnell vorankommen.

Wenn das letzte Tageslicht langsam verschwindet und die Beleuchtung der Stadt sichtbar wird, beginnt eine der schönsten Zeiten für Stadtfotografie.
Der Himmel ist noch nicht schwarz, sondern tiefblau. Gleichzeitig leuchten Fenster, Straßenlaternen und historische Gebäude bereits in warmen Farben.
Dieser Kontrast aus Blau und warmem Kunstlicht macht die Blaue Stunde in Prag so besonders. Der Veitsdom, die Prager Burg, die historischen Fassaden und die Dächer der Stadt wirken dann fast märchenhaft.

Zum Abendessen kamen wir trotzdem irgendwann.

Karlsbrücke am frühen Morgen – eines der Highlights unserer Fotoreise

Am nächsten Morgen klingelte der Wecker früh.
Unser Ziel war eines der bekanntesten Fotomotive der Stadt: die Karlsbrücke. Tagsüber gehört die mittelalterliche Brücke zu den meistbesuchten Orten Prags. Früh am Morgen sieht die Welt dort vollkommen anders aus.
Also Stative aufstellen und Kameras bereitmachen. Und dann geschah genau das, was wir uns erhofft hatten:

Wir hatten die Karlsbrücke beinahe für uns allein.

Die 1357 unter Kaiser Karl IV. begonnene Steinbrücke verbindet die Prager Altstadt mit der Kleinseite. Türme, Heiligenfiguren und die Silhouette der Prager Burg machen sie zu einem der bekanntesten Motive der Stadt. Aber wenn man dort in der Morgendämmerung steht, interessiert die Geschichte für einen Moment nur am Rande. Dann zählt das Licht. Die Ruhe. Die Spiegelungen.
Und dieses unglaubliche Gefühl, einen Ort fotografieren zu können, den man sonst nur voller Menschen kennt.

Einer unserer Teilnehmer sagte später:

„Hammer. Erst vor ein paar Wochen habe ich ein Foto von einer wahnsinnig schönen Brücke in einem Fotowettbewerb gesehen und dachte: Da muss ich hin. Und jetzt stehe ich da und mache selbst das Foto. Das ist wie ein Traum!“

Besser hätte man diesen Morgen nicht beschreiben können.

Morgens an der Prager Burg

Ganz beseelt machten wir uns anschließend auf den Weg zurück zum Hotel.

Frühstück.

Zumindest theoretisch.

Denn unser Weg führte wieder an der Prager Burg vorbei. Und wenn am frühen Morgen schönes Licht auf die Burg fällt, kann man als Fotograf natürlich nicht einfach weiterlaufen.
Also: nächster Fotostopp. In Prag kommt man manchmal wirklich nur sehr langsam voran. Die berühmte Schlosstreppe zur Prager Burg bietet beispielsweise aus beiden Richtungen spannende Perspektiven.

Auch das Denkmal von Tomáš Garrigue Masaryk, dem ersten Präsidenten der Tschechoslowakei, steht hier. Masaryk wurde 1918 zum ersten Staatspräsidenten des neu gegründeten Staates gewählt und gehört bis heute zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der tschechischen Geschichte.

Irgendwann erreichten wir tatsächlich unser Frühstück.

Tomáš Garrigue Masaryk gehört zu den ganz großen Persönlichkeiten der tschechoslowakischen Geschichte. Er war ein Philosoph, Schriftsteller, Politiker und Mitbegründer der Tschechoslowakischen Republik. 1918 überzeugte er die Alliierten von einer tschechoslowakischen Staatsbildung, am 14. November 1918 wurde er von der Nationalversammlung zum ersten Präsidenten der neuen Republik gewählt. Zum 150. Geburtstag Massaryks im Jahr 2000 wurde dieses Denkmal auf der Prager Burg errichtet.

Petřín – der „kleine Eiffelturm“ von Prag

Auch der Petřín-Hügel gehört zu den Orten, die sich für Stadt- und Landschaftsfotografie hervorragend eignen. Sein weithin sichtbarer Aussichtsturm erinnert nicht zufällig an den Pariser Eiffelturm.

Der Petřín-Aussichtsturm wurde 1891 anlässlich der Prager Jubiläumsausstellung errichtet. Durch seine Lage hoch über der Stadt bietet er beeindruckende Ausblicke über Prag.

Doch wie so oft galt auch hier: Nicht nur der berühmte Aussichtspunkt selbst ist interessant. Der Weg dorthin, die Parks, Treppen, Bäume und immer wieder neue Blicke auf die Stadt liefern mindestens genauso viele Motive.

Ein verstecktes Barockjuwel mit Blick über Prag

Noch besser versteckt ist dieser Garten auf der Prager Kleinseite. Wer nicht weiß, wo sich der Eingang befindet, kann problemlos daran vorbeilaufen.

Hinter einem unscheinbaren Zugang öffnet sich einer der schönsten barocken Terrassengärten Prags. Der um 1720 angelegte Garten zieht sich in mehreren Ebenen den Hang des Petřín hinauf. Treppen, Balustraden, Skulpturen, geometrisch angelegte Beete und historische Architektur bilden dabei immer neue Fotomotive.

Mit jeder Terrasse verändert sich die Perspektive.

Je höher man steigt, desto weiter öffnet sich der Blick über Malá Strana, die Prager Kleinseite, mit ihren roten Dächern, Kirchtürmen und historischen Fassaden. Von den oberen Ebenen gehört die Aussicht zu den schönsten und gleichzeitig weniger bekannten Fotospots in Prag.

Für uns war der Garten deshalb weit mehr als nur eine schöne Grünanlage. Hier konnten wir Architektur, Details, Perspektive und Stadtlandschaft miteinander verbinden – und gleichzeitig einen Ort fotografieren, den viele Prag-Besucher gar nicht entdecken.

Garten: fantastisch. Aussicht: fantastisch. Fotomotive: ohne Ende.

Exklusive Fahrt mit einer historischen Prager Straßenbahn

Für die fotografisch oft weniger interessante Mittagszeit hatte ich etwas Besonderes organisiert. Straßenbahn fahren kann schließlich jeder. Aber mit einer historischen Straßenbahn exklusiv durch Prag zu fahren und dabei von einer Stadtführerin Geschichten über die Stadt erzählt zu bekommen – das ist schon eine andere Nummer.

Sightseeing gehört für mich zu einer Fotoreise dazu. Schließlich möchten wir die Orte, die wir fotografieren, nicht nur als Kulisse betrachten, sondern auch etwas über ihre Geschichte erfahren.

Während draußen Prag an den Fenstern vorbeizog, erzählte uns unsere Stadtführerin von der wechselvollen Geschichte der tschechischen Hauptstadt. Natürlich wurde auch fotografiert. Aus dem Fenster. In der Straßenbahn.

Und besonders gerne unseren ausgesprochen fotogenen Schaffner. Sein Gesichtsausdruck war einfach unbezahlbar.

Die Moldau – fotografische Lebensader Prags

Tag drei begrüßte uns erneut mit Sonne und hervorragendem Fotowetter.

Unser Weg führte an die Moldau, tschechisch Vltava. Der Fluss prägt Prag wie kaum ein anderes Element. Viele der bekanntesten Stadtansichten entstehen entlang seiner Ufer. Die Karlsbrücke hatten wir bereits frühmorgens fotografiert. Nun wurde sie Teil der Kulisse. Genau das macht eine Stadt wie Prag für Fotografen so spannend: Man kann denselben Ort immer wieder besuchen und bekommt jedes Mal ein anderes Bild.

Andere Uhrzeit.
Andere Perspektive.
Andere Brennweite.
Anderes Licht.
Andere Stimmung.

Eine Brücke kann Hauptmotiv sein – oder nur eine kleine Silhouette im Hintergrund. Wir suchten Spiegelungen, Linien und Perspektiven entlang des Wassers und ließen uns einfach treiben. Manchmal ist genau das die beste Methode, eine Stadt fotografisch kennenzulernen.

Das große Finale: exklusives Fotoshooting in der Strahover Klosterbibliothek

Das Beste sollte tatsächlich zum Schluss kommen. Und selbst für Prag war dieses Erlebnis außergewöhnlich. Wir durften in einer der schönsten historischen Bibliotheken Europas fotografieren: der Strahover Klosterbibliothek in Prag.

Das Prämonstratenserkloster Strahov liegt oberhalb der Prager Kleinseite und besitzt eine der bedeutendsten historischen Bibliotheken Tschechiens. Normalerweise können Besucher die berühmten Bibliothekssäle nur von den Eingängen aus betrachten. Wir hatten jedoch eine besondere Genehmigung. Wir durften hinein. Und fotografieren. Ungestört. Spätestens in diesem Moment war jedem klar, warum ich diesen Programmpunkt unbedingt für unsere Fotoreise organisieren wollte.

Der älteste der beiden berühmten Bibliothekssäle ist der Theologische Saal. Er entstand im 17. Jahrhundert und beeindruckt mit barocker Architektur, historischen Bücherregalen, Fresken und aufwendigem Deckenschmuck.

Man weiß zunächst überhaupt nicht, wohin man schauen soll.
Nach oben?
Auf die Bücher?
Auf die Details?
Auf die Perspektive des gesamten Raumes?

Für Fotografen/innen ist das ein Fest.

Und dann betritt man den Philosophischen Saal.

Noch größer.
Noch monumentaler.

Der Saal erstreckt sich über zwei Stockwerke und vermittelt mit seinen hohen Bücherwänden und der prachtvollen Decke einen beinahe unwirklichen Eindruck. Besonders faszinierend ist seine Entstehungsgeschichte: Im späten 18. Jahrhundert wurde der neue Bibliothekssaal geschaffen, um eine umfangreiche historische Bibliothek aufzunehmen.

Hier steht man nicht einfach in einem schönen Raum. Man steht mitten in mehreren Jahrhunderten europäischer Kultur- und Wissensgeschichte.
Und darf fotografieren.
Für uns alle war dieses exklusive Fotoshooting einer der absoluten Höhepunkte unserer Fotoreise nach Prag.

Drei Tage Prag – und noch lange nicht alles gesehen

Irgendwann musste selbst diese Fotoreise zu Ende gehen. Einige Teilnehmer verlängerten ihren Aufenthalt gleich um ein paar Tage. Ich konnte es ihnen nicht verdenken.

Bei unserem gemeinsamen Abschlussabendessen ließen wir die vergangenen Tage Revue passieren:

Die Blaue Stunde.
Die fast menschenleere Karlsbrücke.
Nový Svět.
Die versteckten Gärten.
Die Prager Burg.
Unsere historische Straßenbahn.
Die Moldau.
Und natürlich die außergewöhnliche Gelegenheit, in der Strahover Klosterbibliothek zu fotografieren.

Auf dem Rückweg zum Hotel blitzte noch einmal der beleuchtete Veitsdom zwischen den Bäumen hervor.

Natürlich blieb die Kamera nicht in der Tasche. Ein letztes Bild musste sein.
Und irgendwie passte es perfekt.

Warum Prag für Fotografen so faszinierend ist

Prag gehört zu den Städten, die man fotografisch kaum „abhaken“ kann. Man kann zehnmal an derselben Stelle stehen und zehn vollkommen unterschiedliche Bilder mit nach Hause nehmen. Die Stadt bietet eine außergewöhnliche Mischung aus mittelalterlichen Gassen, gotischer Architektur, Barockpalästen, historischen Gärten, Jugendstil, Aussichtspunkten und urbanem Leben. Dazu kommen die Moldau, zahlreiche Brücken und eine Stadtsilhouette, die besonders am frühen Morgen und zur Blauen Stunde fantastische Möglichkeiten für Stadt- und Architekturfotografie bietet.
Und dann gibt es noch das Prag hinter den bekannten Sehenswürdigkeiten.

Die Innenhöfe.
Die kleinen Gassen.
Die versteckten Gärten.
Die Details an alten Häusern.

Eine gute Fotoreise bedeutet nicht, möglichst viele Sehenswürdigkeiten in möglichst kurzer Zeit abzuhaken. Sie bedeutet, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.
Zeit zum Fotografieren zu haben.
Genau hinzuschauen.
Und manchmal auch einfach spontan abzubiegen, weil hinter der nächsten Ecke vielleicht das schönste Motiv des Tages wartet.

Prag hat uns davon mehr als genug geschenkt.

Auf Wiedersehen, Goldene Stadt.

Wir kommen wieder.

Prag Fotoreise Fotoworkshop